Historische Entschuldigung

19. Februar 2008

Momentan lebe ich (noch) ohne Fernseher (ja, lasst es euch gesagt sein!) – so manche wichtige Nachricht erreicht mich deswegen erst Tage später via Zeitung oder sonst irgendwie…

Australiens neuer Premierminister Kevin Rudd hat sich bei den Aborigenes entschuldigt. Das an den Ureinwohnern begangene Unrecht schrie schon jahrzehntelang nach einem politischen Signal. Meine Gedanken schweifen zurück – zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2000 in Sydney. Die olympische Fackel wurde damals von Cathy Freeman entzündet – einer Aborigene. Ein öffentlichkeitswirksames, aber doch indirektes Signal. Jetzt hat es einer gewagt, die entsprechenden Worte zu sagen.

So beeindruckt und bewegt ich bin, so sicher weiß ich doch: Was dieses große »Sorry« wirklich bedeutet, werden die kommenden Wochen, Monate und Jahre zeigen. Wird es zu Entschädigungszahlungen kommen? Wird Versöhnung praktisch gelebt – auch im »Kleinen«, z.B. im nachbarschaftlichen Umfeld?! Werden Menschen die Zivilcourage haben, die »Gnade der späten Geburt« nicht als Entschuldigung zu missbrauchen? Wir Deutschen müssten für diese Problematik eigentlich ganz besonders sensibel sein…

Ach, ja: Revolutionäre Statements kurz nach Amtsantritt scheinen gerade in Mode zu sein – nicht wahr, Robert Zollitsch?! Simon hat ganz knapp darüber berichtet – und schon wird heftig diskutiert

 

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