Hingebogen

25. April 2013

Der ADAC hat mal wieder seine Mitglieder befragt: »[W]elche Meinungen vertreten sie zu grundlegenden und wichtigen Themen unserer Mobilität?« Das Ziel: eine »Basis für zielgerichtetes Handeln«. Unter anderem natürlich: den Bleifuß-K(r)ampf gegen das drohende Tempolimit auf Autobahnen.

Dumm nur, dass gerade mal 60 Prozent der befragten ADAC-Mitglieder (!) gegen ein Tempolimit sind – ein Prozent weniger als noch 2010. Und immerhin 40 Prozent dafür – wo es doch 2010 nur 38 Prozent gewesen waren.

Was tun in der hauseigenen »Motorwelt«-Zeitschrift?

  • Man betont trotzig in der Überschrift: »Keine Mehrheit für Tempolimit«.
  • Man stellt fest, »[d]ie Ablehnung eines Tempolimits« sei »in jüngerer Zeit tendenziell wieder größer« geworden – und meint damit den verjährten Sprung von 2008 auf 2010.
  • Man konstruiert ein Schaubild, dessen y-Achse erst mit dem Wert 30 Prozent beginnt. Damit es so aussieht, als seien dreimal so viele Leute gegen ein Tempolimit als dafür …
  • Nicht weniger manipulativ: Dass auf der Rangliste der größten Ärgernisse beim Autofahren »[d]ichtes Auffahren bei hohem Tempo« (84 Prozent) und »[a]ggressives Fahrverhalten« (77 Prozent) landen, wird plump relativiert, … indem letzteres Phänomen sogleich auf seine angebliche »politische Ursache« zurückgeführt wird: »Nachlässigkeit beim Straßenbau und -unterhalt, die zu immer mehr Staus und immer größerer Enge führt.« Ist ja schließlich nur menschlich, dass man dann drängelnd auf die Tube drückt …

     

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