Heutiger Heiliger?

14. März 2013

»Wenn ich Papst wäre …«, schrieb Klaus Hamburger vergangene Woche in der »ZEIT«-Beilage »Christ und Welt«, …

… würde [ich] […] keine Gewänder mit schreienden Farben und verspielter Ornamentik anziehen, sondern mich nach Art eines heutigen Franz von Assisi kleiden, …

Nicht Hamburger heißt der neue Papst nun, sondern Jorge Mario Bergoglio. Und der trug bei seinem ersten öffentlichen Auftritt zwar nicht »Jeans und unscheinbare[n] Pullover« (wie von Hamburger vorgeschlagen), … aber immerhin auffallend bescheidenes Ornat – und tatsächlich den Papst-Namen Franziskus. Es waren noch ein paar mehr Dinge, die mich gestern Abend beeindruckt haben: Der schlicht-normale Gruß »Guten Abend«. Die ironische Rede von Argentinien als »Ende der Welt«. Das gemeinsam gebetete Vaterunser (na ja, nebst Mariengebet …). Die Bitte, zunächst mal selbst von den Gläubigen gesegnet zu werden. Und überhaupt die angenehme Kürze seiner Ansprache.

… dazu passte nachträglich gut, dass der an Parkinson leidende Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran die berühmten Worte »Habemus papam« sprach, relativ rasch und unspektakulär (zum Vergleich: So lief’s 2005 …) – und dass dann erst mal noch etwas Pause war …

 

Ein Kommentar zu “Heutiger Heiliger?”

  1. Steffen meint:

    Bruder, ich habe geweint als ich das sah!
    Unsere geliebte EINE HEILIGE KIRCHE (Ich habe nämlich nie an mehrere geglaubt!!!) schien mir so zum Greifen nah…(Sicher: Ich als Idealist muss so denken, doch was wären wir ohne Träume)
    Weg vom Theologengeschwätz (Nicht dass ich was gegen Theologen hätte, das nicht! Ich liebe Theologie. Auch das ist wichtig, doch eben da wo es gebraucht wird.) und hin zu den Menschen…und somit endlich wieder ganz nah an Jesus ran und ganz weit weg von einer kalten Institution.
    Und: Seine Predigt (oder Rede?) bei der Messe zum Abschluss des Konklave war doch großartig, oder?
    Vielleicht können nun auch wir Reformierte endlich wieder mehr auf den Papst zugehen und er auf uns. Wir sind letztlich doch Geschwister im Glauben…und wie sehr wäre eine Familienzusammenführung von Nöten.

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