Gurken-Geschäft

27. April 2012

Als Parade-Beispiel für unsinnig-übertriebene EU-Richtlinien gilt seit jeher die Norm zum vorgeschriebenen Krümmungsgrad von Salatgurken. Klar, dass es auch in »Taste The Waste« darum geht.

Das hochinteressante Ergebnis: Besagte Norm wurde …

  • … primär auf Druck des Handels eingeführt: Den Produzenten ging es darum, möglichst viele Gurken in einer Kiste unterzubringen.
  • … vor ein paar Jahren wieder abgeschafft. Nur: Die Verantwortlichen in den Gewächshäusern, Supermärkten usw. wollten nichts davon wissen. Und auch das deutsche Landwirtschaftsministerium – darüber hinaus der Deutsche Bauernverband – hielt verbissen an der geraden Gurke fest.
  • Haben wir also nur einen anderen Schuldigen gefunden? Nicht unbedingt. Letztlich läuft es doch auf die Frage hinaus: Wären wir (wir!) bereit, einige Cent mehr zu bezahlen pro Salatgurke? So dass der Handel getrost mit weniger Exemplaren pro Kiste leben kann? Und darauf verzichtet, zig Tonnen Gemüse wegzuwerfen? (Bei regionaler Produktion dürften übrigens die Transportkosten nur unwesentlich steigen in Folge der geringeren Gurken-Dichte. Daraus lässt sich also vermutlich kein Gegenargument stricken, oder?)

     

    3 Kommentare zu “Gurken-Geschäft”

    1. Johannes meint:

      Ich fürchte, die einzige Möglichkeit da sauber rauszukommen, ist die Gurken im eigenen Garten anzubauen. Denn mehr Kisten brauchen mehr Platz im LKW, mehr LKWs, mehr Treibstoff/CO2. Regionale Gurken brauchen mehr Energie/CO2 im Treibhaus usw. usf. :)

    2. Daniel meint:

      … das war ja auch meine Befürchtung … Es lebe unser Balkon!

    3. Steffen meint:

      Meine Rede: Billige Lebensmittel sind das Hauptproblem.
      Die Discountmentalität (nicht nur der Verbraucher) macht vernünftiges Wirtschaften nicht mehr möglich und sie macht die Menschen dick;-)

    Deine Meinung?!