Große Geschichte

19. Januar 2013

»Das Evangelium« Gottes muss mehr sein als ein rationaler Sachverhalt oder eine immer identische inhaltliche Formel. Das bedeutet: Kompakte Zusammenfassungen – so prominent sie auch sind – beleuchten immer nur einzelne Aspekte, sind nie schon alles. Ob es sich nun um Martin Luthers berühmte Erkenntnis der Gerechtigkeit Gottes handelt, um die »vier geistlichen Gesetze« (hier besonders plakativ präsentiert) oder auch um die viel zitierte Bibelstelle Johannes 3,16 (wie vielfältig man sie auch auslegt).

Wie kann man »das Evangelium« dann beschreiben? Doch wohl eher als einen geschichtlichen Prozess, bei dem statt Behauptungen Beziehungen im Mittelpunkt stehen. Walter Faerber und Peter Aschoff tun das etwa in ihrem gemeinsamen Buch.

Unschlüssig bin ich mir immer noch bei einem Video-Beitrag von James Choung. Sind das nur klassisch-statische Inhalte in neuer Verpackung? Oder werden die Ausführungen – weil Form und Inhalt sich immer gegenseitig durchdringen – ihrem Titel gerecht?

 

7 Kommentare zu “Große Geschichte”

  1. Peter meint:

    Was mir an dem Video auffällt, ist dass es Israel/das Judentum total übergeht. Es ist ein völlig ahistorischer Ansatz, der seine eigenen Wurzeln verschweigt, zumindest wenn es um Kürze geht. Das ist schon sehr abstrakt, und ich würde sagen: er verkürzt erheblich.

  2. Daniel meint:

    Das stimmt natürlich. Und noch eine Sache, die ich befürchte: Obwohl viel vom Wir die Rede ist, könnte in Wahrheit doch nur das einzelne “fromme” Ich gemeint sein …

  3. Peter meint:

    vom “uns”?

  4. Daniel meint:

    Ääh, ja. Ich korrigier’s.

  5. Steffen meint:

    Was, wenn`s aber genau so einfach (oder sogar noch viel einfacher) ist?

  6. Daniel meint:

    … dann wäre Gott irgendwie arg eingeschränkt … Im Ernst: In dem Video steckt ganz viel Wahrheit. Und für einzelne Menschen ist das mit Sicherheit Evangelium. Aber die Rundum-Antwort auf die Frage nach “dem Evangelium” muss – wenn es sie überhaupt gibt – anders aussehen …

  7. Steffen meint:

    “wenn es sie überhaupt gibt …” Das ist der Punkt: Wir suchen vielleicht zu sehr nach eigenen Antworten (auch der im Video) und möchten nicht so 100 % glauben, dass die Antwort extrem klar ist und nur fünf Buchstaben hat.

Deine Meinung?!