Glaube auf Probe

18. Juni 2011

»Wie wäre das, – …?« Frage ich häufig in Predigten. »Wie wäre das, – wenn es Gott wirklich gibt?« »Wenn das mit dem Beten funktioniert?« Oder neulich: »Wenn ein Mensch, der seinen Lebens-Durst bei Jesus stillt, dann auch selbst zur Quelle wird?«

Mich juckt dann immer ein wenig das schlechte Gewissen. Evangelium im Konjunktiv – geht das überhaupt? Gleichzeitig fühlt sie sich gut an, diese »Als ob«-Art, vom Glauben zu erzählen. Und jetzt, bei der Greifswalder »Werkstatt Gemeindeentwicklung«, ist uns ausdrücklich Mut gemacht worden, Menschen die »probeweise Übernahme einer Innenperspektive« anzubieten. Unter anderem in Glaubenskursen passiert das ganz bewusst. Und Burghard Krause findet in einem Grundsatzartikel eine passende Metapher dafür:

Man kann den Glauben schon wie ein Kleidungsstück anprobieren, ohne bereits entschieden zu sein, es auch tragen zu wollen. Aber indem man es probeweise trägt, verliebt man sich vielleicht darin. Es gibt ein Ausprobieren des Glaubens – noch bevor er selbst erwacht.

 

2 Kommentare zu “Glaube auf Probe”

  1. Tanja meint:

    Hi Daniel,

    täusche ich mich oder hast du nicht selbst irgendwann auch genau dieses Experiment gewagt?
    Ich hab’s damals jedenfalls gemacht und es war das beste Experiment meines Lebens :)

    Grüße,
    Tanja

  2. Daniel meint:

    Nee, bei mir war es ein klein wenig abrupter. Aber das ist nicht die Regel, glaube ich. Deswegen finde ich den Ansatz überzeugend.

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