Glaube als Geduldsspiel

27. Dezember 2011

Zu meinen diesjährigen Weihnachtsgeschenken gehörte auch eine kleine Auswahl klassischer Geduldsspiele aus Metall. Das Prinzip ist immer dasselbe: Zwei ineinander verschlungene Teile sollen voneinander getrennt werden – und umgekehrt. Nach Möglichkeit ohne Anwendung grober Gewalt. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

An einem Exemplar (das der Abbildung auffallend ähnlich sieht) verzweifelte sogar meine Frau (der sonst zwei, drei genaue Blicke genügen …). Und gleich mehrere Familienmitglieder hatten dann nur durch wildes Ausprobieren Erfolg: Die Metallteile werden irgendwie bewegt – und fallen plötzlich auseinander. Oft dauert das längere Zeit. Und im Nachhinein kann man gar nicht erklären, wie genau es denn nun geklappt hat. Die Lösung lässt sich also nicht reproduzieren. Trotzdem geht man beim nächsten Mal zuversichtlicher zur Sache.

Ist es mit dem Glauben vielleicht manchmal ganz ähnlich? Es kann dauern, bis er sich im Leben bewährt. Was genau da passiert, kann man nicht erklären. Keine Erfahrung lässt sich reproduzieren. Und doch wächst die Zuversicht …

 

2 Kommentare zu “Glaube als Geduldsspiel”

  1. Steffen meint:

    “Was genau da passiert, kann man nicht erklären.”

    Tatsächlich ist es zwar kein Spiel, denn der, der zum Glauben führt und Grund des Glaubens ist, weiß was er wann und warum tut, doch sicher wächst der Glaube durch Bewährung, also im Training des Alltags. Mit ihm wächst dann natürlich die Zuversicht und das Vertrauen zum Loslassen, zum “Lösen”.

  2. Daniel meint:

    »Spiel«, – das kann man ja vielfältig interpretieren, durchaus nicht nur oberflächlich. Deswegen finde ich die Metapher auch für den Glauben nicht unpassend …

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