Geschäftig

3. August 2014

Dem jüngst erwähnten merkwürdigen Werbe-Motiv zum Trotz: Schneckentempo kann man dem Straßburger Europa-Parlament nun wahrlich nicht vorwerfen. Genau das Gegenteil scheint mir der Fall – und ein Problem – zu sein: Die Wahrnehmungen während unseres gut zweistündigen Besuchs weckten bei mir das Gefühl einer fast gruseligen Geschäftigkeit …

Als da wären:

… der Innenhof – abgeschirmt von privaten Sicherheitsdiensten, ebenso funktional wie kahl, ohne jede Sitzgelegenheit für die wartenden Besuchergruppen.

… die Begegnung mit einem Abgeordneten, der zeitlich eingeengt war, darüber hinaus aber auch wenig vorbereitet wirkte – nicht einmal in seiner offiziellen Besuchsgruppen-Bildergalerie wird unsere doch recht spezielle Berufsgruppe erwähnt … – und substanzielle Diskussionen – etwa über das Transatlantische Freihandelsabkommen – unwirsch vermied.

… schließlich der Plenarsaal – in einer gigantischen Holzkapsel platziert, ohne Tageslicht, dafür mit dumpf-einschläfernder künstlicher Beleuchtung, ausgelegt mit dunklen Teppichen …

Ob Vlado Faber vielleicht genau das im Blick hatte?! Und der europäischen Schaltzentrale mehr Innehalten, mehr Bodenhaftung, manchmal auch mehr Entschleunigung wünscht?!

 

Deine Meinung?!