Geburts-Geschichte

7. März 2014

Der Predigttext für den kommenden Sonntag »Invokavit« steht im Jakobusbrief. Und wirkt wie eine einleitende Bewährungsprobe für die Fasten-Aktion »Sieben Wochen ohne große Worte«:

Selig ist der, der der Versuchung widersteht; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn liebhaben. Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand. Sondern ein jeder, der versucht wird, wird von seinen eigenen Begierden gereizt und gelockt. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebärt sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie ausgewachsen ist, gebärt den Tod. Irrt euch nicht, meine lieben Geschwister. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir seine ersten Geschöpfe seien. (Jakobus 1,12-18, Luther-Übersetzung 1984, leicht verändert)

Meine persönliche Entdeckung (jenseits von Diskussionen, inwieweit das jetzt paulinischer Theologie widerspricht oder nicht): In dieser abstrakt anmutenden Abhandlung über Versuchung, Begierde(n), Sünde, Tod verbirgt sich eine Geburts-Geschichte. Die fataler- und paradoxerweise nicht Leben hervorbringt, sondern Tod. Weil die »böse Tat« […], fortzeugend, Böses muss gebären« … Und wir machen mit. Positiv endet die Passage, weil Jakobus uns an unsere Herkunft erinnert. Und deutlich macht: Wir stehen nicht am Beginn. Es beginnt eine Generation früher. Mit Gott, der uns Leben geschenkt hat. Deshalb haben wir die Tod-Geburt gar nicht nötig. Wir müssen nicht mitmachen, wenn die Gier nach unseren Wünschen greift.

 

Ein Kommentar zu “Geburts-Geschichte”

  1. Steffen meint:

    “Wir müssen nicht mitmachen, wenn die Gier nach unseren Wünschen greift.”

    Danke! Sünde nicht nötig zu haben,
    DAS ist die Definition von Freiheit! Dem lebendigen Gott zur Verfügung zu stehen und nicht dem Alten, dem Toten Knecht zu sein, DAS ist echte Freiheit!
    Diejenigen, die behaupten wir Menschen können ja nicht anders (es gibt auch TheologInnen darunter), die kennen Christus nicht, denn durch ihn können wir anders. Das entspricht übrigens meiner Meinung nach sowohl paulinischer, als auch lutherischer Theologie.
    Durch ihn sind wir dem allen gestorben und dürfen neu und frei leben.
    Eine echte Geburts-Geschichte also.

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