Ganz irdisch

24. Juli 2011

Am Wochenende war ich in Köln. Mein Patenkind lebt dort mit seiner Familie. Und seit »ProChrist mobil« 2005 habe ich Kontakt zur Evangelischen Ecclesia-Gemeinde in Köln-Höhenhaus. Auch diesmal war ich wieder dort – am Samstag für einen Workshop zur Begegnung von Landeskirche(n) und Freikirche(n), am Sonntag für die Predigt im Gottesdienst.

Schon am Samstag begegnete ich einer älteren Frau aus Polen, die zunächst sichtlich verwirrt schien, was meine Person anging. In der sah sie einerseits einen Pfarrer der allzu »toleranten« Evangelischen (Landes-)Kirche, andererseits aber auch einen berufenen Prediger »in der Kraft des Heiligen Geistes«. Meine Bemerkungen im Lauf des Nachmittags schienen letzterem Aspekt zumindest nicht zu widersprechen – und entsprechend enthusiastisch fiel die Verabschiedung aus.

Am kommenden Morgen stieg ich am Wiener Platz in die Straßenbahn. Meine Bekannte vom Vortag auch.

Ich: Guten Morgen.

Sie: (Erstarrt, als sie den designierten Prediger so kurz vor dem Gottesdienst beim Bahnfahren antrifft. Macht unwillkürlich einen Schritt rückwärts. Mit gehaucht-salbungsvoller Stimme.) »Guten Tag. Sie brauchen jetzt sicher (bedeutungsschwanger) Zeit.«

Ich: (Etwas nüchterner.) »Das stimmt. Ich brauche Zeit. (Sie folgt meinem vielsagenden Blick … auf den Automaten neben uns.) Zeit, um eine Fahrkarte zu kaufen.«

Sie: Verwirrt-verständnisvoll: »Ah ja…«

Inkarnation. Ich steh’ dazu.

 

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