Fundamentalismus hier und dort

16. November 2007

Johannes B. Kerner liebt die heißen Auseinandersetzungen. In der am 9. Oktober ausgestrahlten Sendung flog Eva Herman aus seinem Studio (m.E. ohne jeden vernünftigen Grund). Soeben (gerade noch am 15. November) streitet Richard Dawkins für sein »Anti-Gott«-Buch.

Wieder mal beeindruckend finde ich die Äußerungen unseres evangelischen Frontmans Wolfgang Huber: Eindeutig in seiner einleitenden Feststellung: Dawkins’ Argumentation gleicht strukturell haargenau dem innerreligiösen (oft biblizistischen) Fundamentalismus (indem die eigenen Einsichten im Namen einer »neutralen« Wissenschaft für absolut erklärt werden). Und ebenso differenziert in der Antwort auf die doch etwas platt-pauschale Behauptung Heiner Geisslers, die »Hölle« sei eine theologische Erfindung: Dass man gerade Kindern nicht mit ewiger Verdammnis drohen sollte, bedeutet eben gerade nicht, dass wir einen »lieblichen Gott« zu predigen haben, vor dem man sich nicht mehr verantworten muss.

Über die (im Moment diskutierte) Frage, inwiefern Moral (ausschließlich) christlich ist, kann man allerdings streiten – und ich denke mal wieder an meine Zulassungsarbeit… Auf der wichtigen Bedeutung des christlichen Glaubens z.B. für die Entstehung der Menschenrechte sollte man sich jedenfalls nicht allzu lange ausruhen, finde ich.

Mit der durch und durch trostlosen Feststellung Dawkins’, nach seinem Tod werde er »in der Erde verrotten«, geht die Sendung soeben zu Ende…und ich ins Bett.

 

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