Frei-willig

7. August 2009

Adrian Plass in »Wenn ich einmal im Himmel bin … [und andere Gedichte]«:

Wenn ich wollte, könnte ich das Licht nehmen
Ein schimmerndes Blatt Papier
Es in meiner Faust zerknüllen
Und dann – wäre es Nacht
Wenn mir danach wäre
Könnte ich den Tag mit Feuer vernichten
Mir die Hände an euren verkohlten Hoffnungen wärmen
Mit der kleinsten Bewegung meines Armes
Einem Flackern meines Willens
Euch und all eure Finsternis hinwegfegen
Aber ich kann dich nicht zweingen, mich zu lieben
Kann dich nicht zwingen, mich zu lieben
Kann dich nicht zwingen, mich zu lieben
Ich kann dich nicht, werde dich nicht, kann dich nicht
zwingen, mich zu lieben.

Wenn ich wollte, könnte ich das Meer hochheben
Als wäre es ein blaugrünes Tischtuch
Verlorene, vergessene Dinge aufdecken
Ungeschriebene Geschichte
Es wäre leicht, die Gebeine wiederzubeleben
Von Männern, die nie dachten,
ihre Heimat noch einmal zu sehen
Einen Schiffbrüchigen habe ich so erweckt
Die Geschichte jener Rettung, jener Heimkehr
Könnte beweisen, daß ihr mir wichtig seid
Doch wenn ich auch ICH LIEBE DICH aufs Meer und
an den Himmel schreiben kann
Kann ich dich nicht zwingen, mich zu lieben
Kann dich nicht zwingen, mich zu lieben
Kann dich nicht zwingen, mich zu lieben
Ich kann dich nicht, werde dich nicht, kann dich nicht
zwingen, mich zu lieben.

Ich kann ein Vater sein, ein Bruder, Hirte, Freund
Der Fels, die Tür, das Licht, der Schöpfer, Menschensohn
Immanuel, Erlöser, Geist, der Erste und der Letzte,
Löwe oder Lamm
Ich kann Meister sein, der Herr, der Weg,
die Wahrheit, das Leben
Brot oder Bräutigam, Sohn Gottes, Ich bin, Jahwe
Retter, Richter, Grundstein, Weinstock
König der Könige, Befreier, Morgenstern
Alpha und Omega, Jesus, Rabbi Zimmermann oder
Morgentau
Knecht, Lehrer, Opfer Blume in Scharon
Ich kann mich – habe mich – für dich kreuzigen lassen
Aber ich kann dich nicht zweingen, mich zu lieben
Kann dich nicht zwingen, mich zu lieben
Kann dich nicht zwingen, mich zu lieben
Ich kann dich nicht, werde dich nicht, kann dich nicht
zwingen, mich zu lieben.

Ein Hurra auf den Übersetzer! Und wehe, jetzt schreibt jemand, das passe nicht zu Luther

 

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