Fluch der Flexibilität

23. Januar 2009

In der aktuellen »ZEIT« diskutieren Kanzlerin Angela Merkel und Jung-Autorin Jana Hensel »über "Wellness-Feminismus", verunsicherte Männer und den Vorzug, eine Frau zu sein«. Und mittendrin…die folgende, messerscharfe Gesellschaftsanalyse Hensels:

Nichts ist rosig! Nur die Angriffspunkte haben sich verschoben. Die zentralen Begriffe meines Lebens lauten: Prekariat, Patchwork, Flexibilität und Mobilität. Das heißt: Meine Gegenwart ist absolut fragmentiert, unsicher, brüchig, oft im Übergang, selten in festen Strukturen. Das gilt für Frauen wie Männer gleichermaßen. Ich habe ein Kind, aber ich führe eine Fernbeziehung, weil mein Freund wieder in einer anderen Stadt arbeitet, seit seine Elternzeit zu Ende ist. Ich rutsche von einem Dilemma ins nächste: Ich will nicht in das alte Rollenmuster verfallen, meinem Freund in die Stadt zu folgen, in der er arbeitet. Aber nun bin ich quasi alleinerziehend – auch das ist ein klassisches Rollenmuster für Frauen. Es wird mir nichts so schwer gemacht in dieser Gesellschaft, wie Verbindlichkeit zu schaffen. Wenn es keine erkennbaren Strukturen mehr gibt, wogegen soll ich revoltieren?

Natürlich liegt mir auf der Zunge: »Na, dann heiratet doch endlich!« Allerdings: Es gibt inzwischen genügend Ehen, die ganz genauso geführt werden… Das Problem liegt noch viel, viel tiefer. Ist es zu idealistisch-absurd-unkonkret, wenn ich den alten Augustinus zitiere? Ich bin überzeugt, dass er richtig lag:

Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet bei dir, Gott.

Dieser Beitrag wurde auch bei »PastorBuddy« veröffentlicht.

 

Ein Kommentar zu “Fluch der Flexibilität”

  1. pitch page creator meint:

    Really nice piece of information, thanks!

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