Finale Zeiten

13. Juli 2014

Meine allerersten beiden Fußball-Erinnerungen verdanke ich dem Weltmeisterschafts-Finale von 1990 – und meiner Mutter. Damals war ich sieben und in der ersten Klasse.

Szene 1: Ich »kann nicht schlafen« … und erlebe so die letzten Minuten vor dem Fernseher. »Das ist jetzt Elfmeter«, erklärt mir meine Mutter wortwörtlich (ich höre es bis heute noch …). (Mein Vater hatte damals schon die Dreistigkeit, selbst zu entscheiden, welche historischen Ereignisse ihm wichtig sind und welche nicht, und saß vermutlich noch an seinem brandneuen Atari-Rechner …) »Da muss nur der Torwart aufpassen.« Der Torwart – Sergio Goycochea, wie ich Jahre später erfuhr – passt auf. Springt in die richtige Ecke. Und erwischt Andreas Brehmes platziert geschossenen Ball trotzdem nicht.

Szene 2: Am nächsten Morgen wache ich auf – und frage sofort: »Wer ist Weltmeister?« – »Deutschland.«

Heute Abend nun, 24 Jahre danach, halte ich meine Mutter auf dem Laufenden. Und meinen Vater. Per Telefon. Die beiden hat es im Urlaub ausgerechnet in die französische Provence verschlagen, fernab jeder Fernseh-Möglichkeit …

 

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