Fiese Verwechslungen…

27. Juni 2010

Ein Patenonkel konnte nicht zur Hochzeit seiner Patentochter kommen – und schickte deswegen ein knappes Telegramm: »1. Johannes 4,18« – »Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus«. Der zuständige Postbeamte war bibelkundlich minder informiert – und ließ aus Platzgründen das »1.« weg. Im Gottesdienst wurde sodann »Johannes 4,18« verlesen: »Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann«…

Nett, diese Anekdote…aber ob sie sich wirklich so zugetragen hat? Historisch hundertprozentig verbürgt ist dagegen das folgende Erlebnis einer Kollegin im Vikariat:

Im Gottesdienst sollten als Schriftlesung Auszüge aus Exodus 2. Mose 20 vorgetragen werden – also Teile der Zehn Gebote. Kurz vor dem Glockenläuten fragte die zuständige Lektorin nochmal nach: Ob die Stelle wirklich richtig sei…diese Gebote seien ja »ja ganz schön heftig«… »Na ja«, dachte meine evangelisch-lutherisch gebildete Kollegin, »in der Tat sind selbst die grundlegenden Zehn Gebote nichts Menschenmögliches…«

Was die Lektorin wirklich gemeint hatte, wurde erst deutlich, als dann Auszüge aus 3. (!) Mose 20 vorgetragen wurden – sorgfältig eingeübt, wohlartikuliert und nicht zu überhören. Das waren dann wirklich »ganz schön heftige« Gebote – und vor allem die Konfis bekamen große Ohren… Der Ausbildungspfarrer meinte anschließend, jetzt könne man der Gemeinde zumindest nicht mehr vorwerfen, sie predige nicht die ganze Schrift…

 

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