Falscher Hintergedanke

24. März 2011

Am neuen Wohnort nutzte ich vorgestern gleich mal das Kulturprogramm: »Was spielen unsere Kinder?« – eine Abendveranstaltung im »Lernstudio« der Zuffenhäuser Stadtteilbücherei, mit Experte Dennis Reber.

Irgendwann, nach diversen Infos und audiovisuellen Eindrücken, kam sie dann – die unvermeidliche Frage, gestellt von einer Bücherei-Mitarbeiterin:

Was ist denn der pädagogische Nutzen dieser Spiele?

Die Antwort? Blieb aus. Die Frage wurde schlicht nicht verstanden. Haben Spiele einen Nutzen? Vielleicht sogar einen pädagogischen? Können Spiele »was bringen«? Was ist das für eine Frage?!

…wieder das modern-rationale Missverständnis, würde ich sagen. Das auch fragt, welchen »Nutzen« der Glaube hat. Oder eine Predigt. Oder ein Gedicht. Und meint, eine erzählte Geschichte noch nachträglich erklären zu müssen… Spiele brauchen keinen »Nutzen« – ob man sie auf einem Brett spielt oder vor der Konsole. Man spielt sie. Und was sich dadurch verändert, wird man erst dann wahrnehmen können. Und das durchaus kritisch.

 

2 Kommentare zu “Falscher Hintergedanke”

  1. Tobi meint:

    Du hättest auch fragen können, was die Dame früher gespielt hat – und was der pädagogische Nutzen dieser Spiele war.
    Es ist doch so oft dieselbe missliche Logik anzutreffen: Ich unterstelle einer neu aufkommenden Sache ihre Nutzen, postuliere implizit, dass der “altmodische” Vorgänger besser, habe dies jedoch nicht mit denselben Ansprüchen geprüft. Und siehe da: Nur zu oft hält der Vorgänger den Ansprüchen auch nicht statt, wenn man ihn auf die Probe stellt.

  2. schlunkfunk » Blog-Archiv » Erlernte Zurückhaltung meint:

    [...] nein – ich »erkläre« nun nicht nachträglich, was »uns diese Geschichte sagen&l…… [...]

Deine Meinung?!