Falsch geschlussfolgert

13. August 2012

Der neue Bluttest mag später kommen, … aber er kommt. Dann wird sich ohne gesundheitliches Risiko feststellen lassen, ob ein ungeborenes Kind am Down-Syndrom leidet. Was dies unter den aktuell gegebenen Abtreibungs-Rahmenbedingungen konkret bedeuten wird – derzeit entscheiden sich 90 Prozent der Eltern, bei deren ungeborenem Kind Trisomie 21 diagnostiziert wird, für einen Schwangerschaftsabbruch –, kann man sich an drei Fingern ausrechnen.

Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter tappt derweil in eine klassische Logik-Falle, … wenn sie fragt:

Mit welchem Recht wollen wir vor diesem Hintergrund Frauen belehren, die riskante Fruchtwasseruntersuchung sei ethisch unbedenklich, der für Mutter und Kind gesundheitlich ungefährliche Bluttest aber nicht?

Diese Aussage ist sachlich völlig richtig. Die Schlussfolgerung – »Weil wir schon die Fruchtwasseruntersuchung haben, müssen wir auch den Bluttest möglich machen« – aber ebenso falsch. Argumentiert werden muss vielmehr genau andersherum: An den absehbaren fatalen Folgen des Bluttests sollten wir endlich die Perversität der Fruchtwasseruntersuchung erkennen …

Spontan fällt mir der Bezug zur jüngsten These von Alberto Giubilini und Francesca Minverva ein. Die nehmen – unter Berufung auf Peter Singer – unseren Umgang mit ungeborenen Leben als Ausgangspunkt für die Forderung, Kinder unter gewissen Umständen auch nach der Geburt töten zu dürfen. Auch diese – messerscharfe und deswegen hochsympathische! – Logik lässt sich nur aushebeln, wenn man die Argumentationsbasis hinterfragt.

 

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