Examens-Einblicke IV

31. Mai 2007

Seit rund vier Wochen läuft jetzt die eigentliche Examens-Lernphase. Jeden Mittwoch (pünktlich um 8.00 Uhr s.t. ;) ) trifft sich die AT-Propheten-Lerngruppe – zum gemeinsamen Übersetzen, Gliedern, Besprechen, Diskutieren, … Für den Rest der Woche nimmt man dann genug Arbeit mit nach Hause (von den verbliebenen Uni-Veranstaltungen ganz zu schweigen…).

Was ich deutlich merke: Es ist nicht so sehr der Lernstoff an sich, der mir Mühe macht. Sicher – es ist viel…aber ich hatte auch vorher nicht das Gefühl, nix zu tun zu haben als Student. Als viel schwieriger empfinde ich die neue Lebenssituation: »Ich und mein Schreibtisch«. Schon jetzt merke ich: Kontakte bleiben auf der Strecke. Meine WG bekommt mich selten zu Gesicht. Telefonate und emails werden aufgeschoben. Zeiten mit Judith muss ich noch bewusster einplanen.

Es ist auch ein emotionales Problem: Müsste ich nicht mehr für andere da sein? Darf ich mir ein Jahr (!) Zeit (fast) nur für mich selbst nehmen? An die bereits Examinierten (die diesen Blog – Hörensagen zu Folge – auch ab und an besuchen sollen): Wie habt ihr das so empfunden?!

…um so mehr freue ich mich über soziale Abwechslung. Heute in Form einer Fahrradtour. Gruß an den Mitstreiter Bernhard!

Unterdessen bin ich schon mal dabei, meine Themen für’s mündliche Examen festzulegen – und zu registrieren, dass man vielleicht doch noch effektiver hätte studieren können… Meine aktuellen Planungen:

  • Altes Testament: 1. Der Prophet Amos; 2. Gottes »Vergeltung« am Beispiel der Rachepsalmen Fluchpsalmen Feindpsalmen
  • Neues Testament: 1. Die Gerechtigkeit Gottes bei Paulus; 2. Markinische Gleichnisse
  • Kirchengeschichte: 1. Marcion (Dogmengeschichte I); 2. Bonifatius (Kirchengeschichte II)
  • Systematische Theologie: 1. Wolfhart Pannenbergs Offenbarungsansatz im Kontext seiner trinitarischen Theologie, 2. Eschatologie
  • Praktische Theologie: Der Stollberg-Tacke-Streit oder Begründung und Durchführung der Praktischen Theologie bei Friedrich Schleiermacher

    Wenn das mal so klappt (und überhaupt akzeptiert wird!)…

     
  • 7 Kommentare zu “Examens-Einblicke IV”

    1. Simon meint:

      Also, mir ging es so, dass ich nicht mehr als 7-8 Stunden arbeiten konnte und mehr auch nicht gut gewesen ist. Letztendlich war es dann auch so, dass ich von dem, was ich in den ersten Wochen gemacht habe, ein Jahr später sowieso nicht mehr viel wusste und alles von vorne gelernt habe, insofern fand ich es viel wichtiger, über das ganze Jahr hinweg auch Dinge zu machen, die mir gut tun. Mir hat die Examensvorbereitung auch echt Spaß gemacht und ich würde alles tun, um das zu fördern. Selbst wenn es heißen würde, nur sechs Stunden zu lernen, ist 6 Stunden mit Engagement bei der Sache bestimmt besser als 10 quälende Stunden.

      Ich glaube auch, dass es mal so ein Jahr geben darf, wo andere Sachen und auch einige Kontakte etwas weniger gepflegt werden oder bewusster gepflegt werden. Aber einiges relativiert sich auch mit der Zeit noch ein wenig. Ich fand die ersten 2 Monate der Examensvorbereitung sehr anstrengend und die letzten beiden. Dazwischen war vieles auch etwas relaxter …

    2. Achti meint:

      Ich hab da neulich so einen Artikel zum Thema gelesen… ;-)
      Simon hat recht. Nach acht Stunden ist Ende im Gelände. Ich hab morgens zeitig angefangen, tagsüber geackert, und konnte abends oft (nicht immer) mein Privatleben pflegen. Manchmal ist aber weniger auch mehr.
      Außerdem beschäftigst Du Dich ja nicht mit Dir selbst.

      Zu den Themen: PT ist absolut Standard. Willst Du wirklich so etwas laaaangweiliges machen? Du hast doch bei Herbst studiert! Warum nicht zu “Spirituelles Gemeindemanagement”?

    3. Rabbi.Lydia ;-) meint:

      hey daniel,
      … wie heißt es so schön 6 Tage sollst du arbeiten,
      mit dem urlaub wird das erstmal nix, aber immerhin, wenn du dann mal verheiratet bist darfst du allen anderen Verpflichtungen mal ein Jahr absagen um deine Judith glücklich zu machen :-)

      “Wenn ein Mann erst kurz verheiratet ist, soll er nicht mit dem Heer ausziehen, und es soll ihm keinerlei Verpflichtung auferlegt werden. Er soll ein Jahr lang frei sein für sein Haus und seine Frau, die er genommen hat, erfreuen.”
      (Deut. 24, 5)

    4. Daniel meint:

      @ Achti: Eeecht – die Tacke-Stollberg-Debatte ist Standard?! Ich müsste mich komplett neu einarbeiten – und hab richtig Lust drauf… In Greifswald war ich halt nur vier Monate. Und ob einem das Thema in Tübingen überhaupt genehmigt wird?!

    5. Daniel meint:

      @ Lydia: Den Bibelvers hast wohl in deinem Blog gefunden…?! Du wirst lachen: Vermutlich mache ich wirklich ein halbes Jahr Pause nach dem Studium – und das tatsächlich wegen Judith… :)

    6. Dave meint:

      hi daniel!
      also erst mal: mach es so, wie es für DICH am besten ist. zieh dir aus allen gutgemeinten ratschlägen das raus, was für dich als person auch machbar ist.

      und klar darfst du dir ein jahr für dich nehmen. wieso auch nicht? was spricht dagegen? ein frommer altruismus? bitte nicht. jesus hat schon alles getan. das reich gottes geht nicht unter, wenn ein guter mann mal ein jahr zeit für sich nimmt – um dann vorbereitet durchzustarten. aber dass du zeiten mit judith einplanen musst, ist klar. aber mach das. war bei uns genauso.

      wie viel stunden am tag? so viele, wie es noch ein effektives arbeiten ist. wenns 3 stunden sind, sinds halt 3, wenns 6 sind, sinds 6.
      und: nicht in einzelheiten und zu detailiertem wissen sich verlieren. das bringt nix.
      liebe grüße,
      dave

    7. Rabbi.Lydia ;-) meint:

      @daniel: du wirst es kaum glauben, ich lese tatsächlich mein eigenes weblog und hab dort auch den vers gefunden… :-)

    Deine Meinung?!