Ethisches Übergewicht

4. Juni 2013

Aufs persönliche Lob für »Christ & Welt« folgt nun prompt Kritik. Für die allerdings weniger die katholisch geprägte Redaktion verantwortlich zeichnet als Manfred Rekowski, durch und durch evangelischer Präses der rheinischen Landeskirche. Der beteuert in einem Interview, im Dialog mit der katholischen Kirche nicht bei ethischen Fragen anzusetzen. Um dann in seiner anschließenden Aufzählung von »Alternativen« eben genau das zu tun …

Ich fange im ökumenischen Koordinatensystem nicht bei der Ethik an. Das größere Problem liegt doch da: Es gelingt uns, Katholiken wie Protestanten, nicht mehr gut, verständlich zu machen, wofür wir im Kern unseres Glaubens einstehen. Wir sollten die wichtigen Fragen deutlich machen: Wie können wir gemeinsam die Schöpfung bewahren? Welchen Beitrag leisten wir, damit die Gesellschaft nicht auseinanderfällt? Wie können wir menschenwürdige Bedingungen für Menschen am Ende ihres Lebens schaffen? Im Blick auf Partnerschaften sollten wir ein weites Herz entwickeln und Menschen freundlich begegnen.

Erbsenzählerei? Oder ein bezeichnender Beleg für die (ja an selber Stelle offen eingeräumten!) protestantischen Schwierigkeiten, auch explizit dogmatische Themen ins Gespräch zu bringen (möglichst anschaulich natürlich)? Jedenfalls darf man sich dann kaum beschweren, wenn Kirche landauf, landab als Moralanstalt wahrgenommen wird.

 

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