»Es ist vollbracht!«

10. April 2009

Da überantwortete [...] [Pontius Pilatus] ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber, und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben:
Jesus von Nazareth, der König der Juden.
Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern, dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.
Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt [Psalm 22,19]:
»Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.«
Das taten die Soldaten.
Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt und verschied.
(Johannes 19,16-30)

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Amen.

Liebe Gemeinde,

»Es ist vollbracht!« Pontius Pilatus ruht im schattigen Innenhof seiner Jerusalemer Sommerresidenz und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Ein anstrengender Verhandlungstag war das. Dieser Pseudo-Philosoph aus Nazareth, der hat ihm den letzten Nerv geraubt. Faselte irgendwas von Wahrheit… Fortjagen sollte man so einen Spinner — aber doch nicht unschuldig umbringen… Na ja. Verstehe einer diese religiösen Anführer… Ihm soll’s recht sein. Jetzt ist es überstanden. »Es ist vollbracht!«

»Es ist vollbracht!« Die Hohenpriester versammeln sich im Tempel. Schön war es nicht, einen Juden hinrichten zu lassen — aber bei Gotteslästerung hört der Spaß auf. Und diesem römischen Statthalter haben sie gezeigt, wer den längeren Atem hat. Sogar einen Teil des Volkes konnten sie auf ihre Seite bringen. Wie hatte ihr Oberster Kaiphas so treffend gesagt: »Es ist besser [...], ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe« [Johannes 11,50]. »Es ist vollbracht!«

»Es ist vollbracht!« Die Soldaten haben ihr schmutziges Geschäft beendet. Routine, so eine Hinrichtung. Drei Verbrecher waren es heute — der eine wirkte eigentlich ziemlich harmlos… Egal. Jetzt noch rasch den Befehlshabern Auskunft erteilt — und dann nach Hause, in den Kreis der lieben Familien… »Es ist vollbracht!«

Liebe Gemeinde,

»Es ist vollbracht!« Vielen Personen in der Passionsgeschichte würden wir diesen Satz sofort abkaufen: Pilatus, die Hohenpriester, die Soldaten — sie hätten doch allen Grund dazu. Sie haben doch triumphiert. Sie gehen doch als souveräne Sieger davon.

…doch keine Spur davon im Johannesevangelium: Pilatus, die Hohenpriester, die Soldaten — sie alle erleben wir nicht etwa souverän, sondern in hektischer Betriebsamkeit.

Pilatus und die Hohenpriester sind persönlich beteiligt an der Hinrichtung — schon das überrascht. Und sie haben nichts Besseres zu tun, als sich um eine Aufschrift über dem Kreuz Jesu zu streiten. Man fühlt sich entfernt erinnert an den Streit von Kindergartenkindern im Sandkasten — und man gönnt es dem armen Pilatus fast, dass er sich jetzt — endlich einmal… — durchsetzt.

Und die Soldaten…die stellt ausgerechnet das Untergewand Jesu vor logistische Schwierigkeiten. Eigentlich wollten sie die Beute fein säuberlich aufteilen und sich rasch verziehen. Jetzt müssen sie länger dableiben — und das Los werfen.

In beiden Fällen spielt das Geschehen niemand anderem als Jesus in die Hände:

Sein Königstitel wird nun öffentlich und mehrsprachig verkündigt — so dass wirklich alle Welt es mitbekommt.

…und das Glücksspiel um das Gewand macht Jesus zu einem, dessen Schicksal schon in einem Psalm des Alten Testaments erahnt worden ist.

Überhaupt: Jesus ist es, der das gesamte Geschehen in der Hand zu haben scheint. Er, der in der Mitte hängt, ist der Mittelpunkt. Der souveräne Regisseur seiner eigenen Kreuzigung. Der gelassene Ruhepunkt in einem Geschehen voller Hektik.

Unter dem Kreuz versammelt sich bereits der Kern der christlichen Gemeinde. Noch in der Stunde des Sterbens hat Jesus den Weitblick, sich um die Zukunft seiner Mutter zu sorgen. Um einen Schluck zu trinken bittet er nur, um eine weitere Aussage des Alten Testaments zu erfüllen — wieder helfen die Soldaten bereitwillig mit. Er, der zuvor den Soldaten »übergeben« worden ist, »übergibt« am Ende selbst sein Leben an den Tod.

…und Jesus ist es schließlich auch, der das triumphierende Schlussfazit formuliert: »Es ist vollbracht!«

Was soll das? Was ist da passiert? Wie kann Johannes so schreiben?

Hat er nicht gewusst, wie grausam und schmerzhaft der Tod am Kreuz war? Hat er die Berichte seiner Kollegen nicht gelesen? Matthäus, Markus und Lukas — sie alle schreiben in ihren Evangelien doch von der Angst Jesu, von seiner Verzweiflung, von seiner Gottverlassenheit! Hat Johannes das vergessen?

Liebe Gemeinde,

mit dem Johannesevangelium ist es ein klein bisschen so wie mit den Kleidern Jesu:

Da sind auf der einen Seite die äußeren Kleider, die man sofort sieht — und die man fein säuberlich aufteilen kann. Das Geschehen der Kreuzigung ist eines dieser äußeren Kleider. Auch Johannes wusste natürlich, wie der Tod am Kreuz konkret aussah. Diese Mord-Methode war berüchtigt — und bekannt.

…doch da ist auf der anderen Seite das Untergewand Jesu. In einem Stück ist es gewebt. Durch das Johannesevangelium, durch alle äußerlichen Geschehnisse, durch alle Berichte hindurch zieht sich eine Art Untergewand — eine hintergründige Botschaft, die Johannes seinen Lesern zwischen den Zeilen deutlich machen will.

Jetzt, wo die äußeren Kleider Jesu verteilt werden, kommt das Untergewand in den Blick. Die eigentliche Botschaft des Johannesevangeliums — nirgendwo wird sie so gut sichtbar wie in der Erzählung von der Kreuzigung. Unsere Überraschung, auch unser Befremden angesichts dieses souverän leidenden Jesus — es ist gewollt. Es bringt uns eine Wahrheit nahe, die den Karfreitag zum Fest macht.

In zwei Punkten möchte ich von dieser Wahrheit reden. Erstens: »Eine Mission geht zu Ende«. Und zweitens: »Eine Mission geht nicht zu Ende«.

1. Eine Mission geht zu Ende

Erstens: »Eine Mission geht zu Ende«.

Wer das Johannesevangelium von Beginn an liest, fühlt sich wie in einem Agentenstreifen. Von Johannes dem Täufer wird da berichtet. Er handelt im Auftrag einer höheren Macht — und gibt den Stab dann weiter — an einen anderen, noch höheren göttlichen Gesandten. »[D]as Wort ward Fleisch und wohnte unter uns« [Johannes 1,14a] — das ist die unerhörte Botschaft von Weihnachten, vom Kind in der Krippe. Jesus betritt das Weltgeschehen.

»Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht«, lesen wir weiter, »aber die Welt erkannte ihn nicht« [Johannes 1,10]. »[D]ie Welt erkannte ihn nicht« — Jesus, der göttliche Gesandte, wird ver-kannt. Ein tragisches Missverständnis. Gott gibt sich ein Gesicht — und die Menschen erkennen es nicht einmal.

Ignoranz. Verständnislosigkeit. Trennung. Ein tiefer Graben ist da zwischen Gott und den Menschen. »Graben« — auf Altdeutsch hieß das »sund«…»Sünde«. Nichts anderes bedeutet dieses alte Wort: Graben. Trennung von Gott.

»Sünde« ist also nicht der Punkt in Flensburg — und nicht die Sahnetorte in der Fastenzeit. Kein Fehlverhalten. Sünde ist viel brutaler — sie bezeichnet einen durch und durch negativen Zustand. Trennung von Gott.

Wer von Gott getrennt ist, hat nur noch sich selbst als Gott. Kreist nur noch um die eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Und so ist es die Trennung von Gott, die uns schuldig werden lässt, Tag für Tag. An Gott, aneinander, an der Schöpfung, an uns selbst. Ich muss das gar nicht ausmalen — und ich will das auch gar nicht ausmalen…denn wie schnell würden wir mit den Fingern auf »die Anderen« zeigen.

…unsere größte Schuld besteht vielleicht darin, dass wir unsere Schuld nicht eingestehen können. Wann sind wir schon mal schuld?

Es sind doch immer die Anderen! Die haben doch ein Problem. Ich selbst bin schon in Ordnung. »Alle denken nur an sich. Nur ich denk’ an mich.«

…oder es sind halt die Umstände, die uns zu Fehlern zwingen. »Sorry du — dumm gelaufen.«

Graben Sie ruhig mal in Ihren Erinnerungen: Wann haben Sie das letzte Mal Schuld eingestanden…und das — Achtung — auch offen gesagt?

Selbst unser Wortschatz ist verräterisch. Wir haben es uns angewöhnt, zu sagen: »Ich entschuldige mich.« Wir haben es gar nicht nötig, um Entschuldigung zu bitten — nein, wir »entschuldigen« uns gleich selbst. Und stecken immer noch mittendrin im Strudel von Egoismus und Selbstverliebtheit.

Logische Folge im Johannesevangelium: »… die Welt erkannte ihn nicht.« Was wie eine unvorhergesehene Panne klingt, ist in Wahrheit der eigentliche Auslöser der göttlichen Mission. Jesus ist der Gesandte, der dieses Menschheitsproblem der Sünde aus dem Weg schaffen wird. Das ist sein Auftrag — und dieser Auftrag bestimmt sein Handeln und seine Worte.

Die Trennung zwischen Gott und den Menschen — Jesus hat sie schon zu Lebzeiten überwunden. Der Gesandte Gottes hat sich Zeit genommen für einzelne Menschen: Der grübelnde Nikodemus. Die erschöpfte Samariterin. Der resignierte Gelähmte. Die ertappte Ehebrecherin. Der tote Lazarus. Jesus kommt ihnen persönlich nahe, schenkt ihnen seine Zeit und Zuwendung. Auffällig: Jesus nennt die Sünde beim Namen. Er ist knallhart, wenn es um Trennung von Gott, um Schuld geht. Er redet nichts schön. Aber gleichzeitig wendet er sich dem Sünder zu.

Einzelne haben es begriffen. Einzelne sind umgekehrt. »Wie viele ihn aber aufnahmen«, steht vorne im Johannesevangelium, »denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben« [Johannes 1,12].

An Palmsonntag zieht Jesus auf einem lächerlichen »Eselchen« in Jerusalem ein. Und beim letzten Abendessen geht er auf die Knie — und wäscht seinen Jüngern die dreckigen Füße.

Jesus, der Gesandte Gottes, nimmt Knechtsgestalt an. Er erniedrigt sich selbst — bis zum Tod am Kreuz.

Wer am Holz des Kreuzes hängt, der galt als »verflucht« von Gott. Das wusste schon das Alte Testament. Diese bittere Wahrheit wird am Karfreitag nun nicht aufgehoben, sondern bestätigt! Martin Luther hat es sehr drastisch ausgedrückt: Am Kreuz, schreibt er, hängt »von allen der größte Räuber, Mörder, Ehebrecher, Dieb, Tempelschänder, Gotteslästerer usw.; ein größerer war nie in der Welt«. Man könnte denken, er meint Hitler oder Stalin — aber nein: Luther meint den Gesandten Gottes, Jesus Christus! Am Kreuz solidarisiert er sich nicht nur mit den schuldigen Menschen — er wird selbst schuldig.

Es geht an die Grenzen unseres Verstandes, dass der Gesandte Gottes so ein Schicksal durchmacht. Und die Bibel geht sogar noch einen Schritt weiter: Der, »der von keiner Sünde wusste«, schreibt Paulus im zweiten Korintherbrief, den hat Gott »für uns zur Sünde gemacht«. Liebe Gemeinde, wenn dieser Satz nicht in der Bibel stünde…würden wir ihn garantiert für Gotteslästerung halten! Da steht doch allen Ernstes, dass Jesus am Kreuz noch nicht mal zum Sünder geworden ist — was ja schon allerhand wäre —, sondern zur Sünde — also zu der unendlich bösen Macht, die uns von Gott trennt!

»Für uns zur Sünde gemacht«. Am Kreuz erkennen wir, wie tragisch die »Sünde« ist, die Trennung von Gott. Sie führt in den Tod, ans Kreuz. Dort tobt sich die Sünde aus — und der Sünder geht an ihr zu Grunde.

Warum hängt Jesus am Kreuz? Er war doch unschuldig und gerecht! Ja, er war unschuldig. Bis er unsere Schuld, die Folge der Sünde, auf sich genommen hat. Und was bekommen wir im Gegenzug? Seine Gerechtigkeit. Luther hat das den »fröhlichen Wechsel« genannt. »Für uns zur Sünde gemacht« — was erst so sperrig und grausam klingt, ist nichts anders als die »gute Nachricht«, das »Evangelium«. Gottes Liebe geht so weit, dass sie weh tut. Sie nimmt unsere Sünde ernst, deckt sie nicht einfach zu. Gottes Liebe geht stellvertretend in den Tod.

Am Kreuz ist der Gesandte Gottes am Ziel. Die Mission ist zu Ende, am Ziel. Das Menschheitsproblem der Sünde — am Kreuz wird es von oberster Hand aus dem Weg geräumt.

»Eine Mission geht zu Ende« — deswegen ist das Kreuz, dieses grausame Mordinstrument, zum Friedenszeichen geworden. Nicht mehr Sünde und Schuld müssen unser Leben bestimmen, nicht die Trennung von Gott — sondern die Gemeinschaft mit ihm.

»Eine Mission geht zu Ende« — diese »Untergewand-Botschaft« des Johannesevangeliums schimmert durch in der Erzählung von der Kreuzigung. Deswegen der souveräne Jesus — und deswegen das triumphierende »Es ist vollbracht!«. Johannes kann nicht so tun, als wüsste er nicht, welchen Sinn der Kreuzestod hat. So wie Jesus weiß er schon: Ausgerechnet Hohepriester Kaiphas hatte Recht: »Es ist besser [...], ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe«. Oder, mit den alten Worten aus Jesaja 53: »Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn« [Jesaja 53,6].

2. Eine Mission geht nicht zu Ende

Zweitens — und keine Sorge, sehr viel kürzer… —: »Eine Mission geht nicht zu Ende«.

Wäre die soeben beendete Mission nun auch zu Ende gewesen, wäre das Kreuz die Endstation geblieben…keine Ahnung, wo wir dann jetzt wären…jedenfalls nicht hier. Und der göttliche Gesandte Jesus von Nazareth wäre dann Geschichte. Ein gescheiterter Agent, wie viele andere auch.

Doch Gott steht zu seinem Gesandten. Er lässt ihn auch im Tod nicht los. Er holt ihn aus dem Tod — nicht nur für ein paar Jahre, wie es bei dem auferweckten Lazarus war, sondern dauerhaft.

…und nun geht es zu wie beim Domino Day: Von hinten her bestätigt sich Stück für Stück das Leben Jesu…und auch das Sterben Jesu. Jetzt macht das Kreuz Jesu Sinn. Jetzt sind Schuld und Tod besiegt.

»Eine Mission geht nicht zu Ende« — deswegen ist das Kreuz, dieses grausame Mordinstrument, zum Siegeszeichen geworden. Hier wird sogar der Tod erledigt.

Eigentlich dürfte Johannes das erst in Kapitel 20 mitteilen. Da geht es um den Ostermorgen und die Auferstehung. Und eigentlich müsste ich jetzt auch noch den Mund halten — übermorgen geht’s erst weiter… Aber Johannes kann’s nicht lassen — er platzt schon vorher mit der Wahrheit raus. Nein, ein guter Krimiautor wäre er nicht geworden… Er hält die Spannung nicht aus — und verrät alles schon vorher.

»Eine Mission geht nicht zu Ende« — auch diese »Untergewand-Botschaft« des Johannesevangeliums schimmert durch in der Erzählung von der Kreuzigung. Deswegen der souveräne Jesus — und deswegen das triumphierende »Es ist vollbracht!«. Johannes kann nicht so tun, als wüsste er noch nichts von der Osterfreude. So wie Jesus weiß er schon: Die Handlanger des Todes — Pilatus, die Hohenpriester, die Soldaten und wer sonst noch alles —, sie können sich abmühen, wie sie wollen…ihr Misserfolg ist schon garantiert. Schon an Karfreitag wird das Osterlachen laut: Der Tod wird ausgelacht und verspottet. So wie in dem Osterlied »Gelobt sei Gott im höchsten Thron« — mit seinem Refrain: »Halleluja-ha-ha, Halleluja-ha-ha, halleluja«.

Schuld und Tod — der Liebe Jesu am Kreuz haben sie nichts entgegenzusetzen. Glauben Sie nicht, dass Johannes die ganze Zeit ein breites Lächeln auf den Lippen hatte, als er seinen Karfreitags-Text schrieb?

»Eine Mission geht zu Ende« und »Eine Mission geht nicht zu Ende«. Das Kreuz als Friedenszeichen — und das Kreuz als Siegeszeichen. Das alles steckt im Wochenspruch für den heutigen Karfreitag. Der steht natürlich auch im Johannesevangelium… »So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben« [Johannes 3,16].

Amen.

Predigt, gehalten am 10. April 2009 (Karfreitag) in Stuttgart-Untertürkheim, Luginsland.

Dieser Beitrag wurde auch bei »PastorBuddy« veröffentlicht.

 

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