Einreden

4. Februar 2007

»Ich will nicht aufstehen…« »Die anderen können das viel besser.« »Null Bock.« – Bekannt?! Schon die Wüstenmönche im vierten und fünften Jahrhundert hat die Frage beschäftigt, wie man mit negativen Gedanken umgehen soll. Und der »frühe« Anselm Grün nimmt ihre umfangreiche Spruchsammlung – für alle Liebhaber altsprachlicher Zungenbrecher: die »Apophthegmata patrum« – zum Anlass, weiterzudenken. »Einreden. Der Umgang mit den Gedanken« heißt ein kleines Büchlein, das 1983 erschienen ist – 18. (!) Auflage 2001.

Ich war fasziniert, wie hier ernsthaft und tief, aber doch stets bodenständig-humorvoll mit einer – jedenfalls für mich – alltäglichen Schwierigkeit umgegangen wird.

Die Grundidee: Gedanken bedienen sich der Sprache. Deswegen betreffen sie uns existenziell – und verändern uns, ob wir das merken oder nicht. Wer z.B. andauernd (»automatisch«) pessimistisch an zukünftige Aufgaben denkt, wird es schwerer haben, sie motiviert und zupackend anzugehen.

Negative Gedanken lassen sich erst mal nicht verhindern. Sie sind da. Aber es gibt Wege, ihnen Positives entgegenzusetzen. Da bieten sich z.B. kurze Bibelverse an, die man sich einprägt – um sie sich in den kritischen Momenten vorzusprechen bzw. vorzudenken. Da tut sich ein weites Übungsfeld auf.

Das klingt zunächst banal. Ist aber in meinen Augen plausibel. Und ein kompakter Exkurs in Grundlagen der Psychologie (konkret: der Transaktionsanalyse) rundet das Heft ab.

Fazit: Lesens- und lebenswert!

 

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