Die Antwort ist Jesus

28. Juni 2009

»Die Antwort ist Jesus.« Auch schon mal gehört?! Meine These: Es gibt zwei Arten und Weisen, diesen Satz zu verwenden. Die eine mag »richtig« sein, wirkt zudem schön einfach…und hat gewaltige Probleme. Die andere wird überhaupt erst möglich, wenn es Probleme gibt, lässt viele Fragen offen – und ist nicht zu toppen.

»Die Antwort ist Jesus.« Allzu oft wird dieser Satz stupide-automatisiert verkündet – und abgenickt. »Die Antwort ist Jesus« – deswegen macht es auch keinen Sinn, Schwierigkeiten im Leben oder gar Glauben (Zweifel!) unnötig ausführlich zu thematisieren. »Die Antwort ist Jesus« – das erspart uns das unangenehme Gefühl, dass selbst die christliche Weltsicht nicht in allen Punkten umgehend einleuchtet (und von zahlreichen Menschen erst gar nicht geteilt wird). »Die Antwort ist Jesus« – dieses Wissen schafft nicht zuletzt Zusammengehörigkeit. Man kennt und versteht sich. Wer anders denkt, gehört nicht dazu – und deswegen führt man sich gar nicht erst in die Versuchung, sich gegenseitig noch etwas differenzierter Rechenschaft abzulegen.

Mit dieser »frommen« Praxis aber verbaut man sich gerade die Möglichkeit, Jesus als Antwort – und zwar als umfassend (nicht nur denkerisch) verstandene Antwort – ins Spiel zu bringen. Anders ausgedrückt: Man verhindert, dass Jesus selbst sich ins Spiel bringt – als Mensch gewordener Gott, der Menschen gerade dort aufsucht, wo die Fragen kein Ende nehmen (oder wo man sich, aus Furcht vor den »Ungläubigen« von der Außenwelt abschließt – wie in Johannes 20,19-23).

Jesus – seine Karriere beginnt in einer harten Krippe. Jesus – er hängt am Kreuz. Zwischen Himmel und Erde, mittendrin – da, wo unsere Weisheit am Ende ist. Jesus – er lächelt uns an, wo uns nach Weinen zu Mute ist…und vermutlich weinen wir dann gleich weiter, vor Freude. Jesus – plötzlich gehen alle Fragen auf, gerade deswegen, weil manche offen bleiben dürfen.

Ja, die Antwort ist Jesus. Das glaube ich heute fester als jemals sonst. Und letztlich ist das dann doch eine ganz einfache Antwort. ;-)

Dieser Beitrag wurde auch bei »PastorBuddy« veröffentlicht.

 

4 Kommentare zu “Die Antwort ist Jesus”

  1. Ray meint:

    Die Aussage macht für für mich keinen Sinn, ohne definiert zu haben, um welche Frage(n) ees überhaupt geht. Mal von der rein “technischen” Ebene abgesehen, welche die Frage aufwirft: In welcher Form könnte sich “Jesus selbst ins Spiel bringen”? Was genau bedeutet “Mensch gewordener Gott”?

  2. Daniel meint:

    Guter Einwand – macht sicher Sinn, weiter vorne anzufangen… ;-)

    Vielleicht kann man es so ausdrücken: Jesus ist der Mehrwert, der jedes (!) Leben lohnender macht.

    Ich denke dabei zunächst mal an Menschen, denen der Alltag zu schaffen macht, die keinen Sinn in ihrem Dasein sehen, die sich wertlos fühlen. Da ist Jesus die Antwort, weil an ihm deutlich wird: Gott ist es nicht egal, wie es uns “unten auf der Erde” geht. Der allmächtige Gott wird als kleines Kind in einem Stall geboren – und solidarisiert sich mit allen, denen es ähnlich dreckig geht.

    Einen Mehrwert bietet Jesus aber auch allen anderen, auch erfolgreichen Hedonisten. Jesus übersteigt auch noch unsere kühnsten Träume – vom menschlichen Zusammenleben, von der Zukunft der Welt, von unserer Existenz nach dem Tod …. Alles, was uns unmöglich ist, macht er möglich.

    Wichtig ist dabei in meinen Augen, dass Jesus keine menschliche Erfindung ist, keine religiöse Fabel. Er kann sich selbst ins Spiel bringen, indem Menschen plötzlich von ihm begeistert sind und durch ihn verändert werden – ohne das vorher geplant zu haben… Ich selbst bin erst auf diese Weise überhaupt zum Glauben gekommen – und ich kenne viele, die ähnliche Erlebnisse hatten…

  3. Ray meint:

    Danke für die Ausführungen, das macht es auf jeden Fall deutlicher :)

    Mich interessiert immer die Frage, wie Menschen — um es mal allgemein zu formulieren — “spirituelle” oder “transzendentale” Erfahrungen erleben. Für mich z.B. erschließt sich diese Ebene auf eine fast abstrakte, aber dennoch deutliche Weise, die ich jedoch nicht in Worte fassen kann. Jesus als Person kommt dabei nicht vor, was wohl daran liegt, dass ich nicht im Christlichen Glauben traditionell verwurzelt bin. Deshalb interessiert mich, wie es Christen empfinden, die einen personifizierten Zugang zu Jesus erleben/empfinden. Die Frage klingt vielleicht blöd und ist auch nicht sarkastische gemeint, aber wie genau gestaltet sich diese Kommunikation? Ist es ein subtiles Gefühl/Intuition oder ist es konkreter, wie eine Stimme, die man hört, oder eine visuelle Erscheinung? Es gibt Leute, die das als psychotische Verirrung abtun, aber rein aufgrund der Häufigkeit dieser Berichte oder Aussagen muss ja was dran sein. Ich hoffe, Du verstehst mich richtig.

  4. Daniel meint:

    Hallo Ray,

    darüber können wir gerne ins Gespräch kommen! Ich melde mich demnächst per email – momentan ist nur richtig viel los hier… In ein paar Tagen, in Ordnung?! ;-)

    Viele Grüße,

    Daniel

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