Denksportliche Erinnerungen

6. Januar 2007

Manchmal wird man von alten Hobbys eingeholt.

Mit Schach geht es mir manchmal so. Habe früher im Verein gespielt (auch zweimal bei Landesmeisterschaften, ja ja…) – um dann irgendwann einen Schlussstrich zu ziehen. Aber wenn ich wöchentlich Helmut Pflegers »ZEIT«-Schachkolumne touchiere – oder gar von Deep Fritz’ Sieg über Wladimir Kramnik lese (von Letzterem habe ich mir 1992 oder so ein Autogramm geholt, das ich aber nicht mehr finde…) – dann packe ich um ein Haar die Figuren aus…

Ein anderes Thema: Denksport. Was waren das noch für Zeiten, als ich mich gleich nach der Schule in die legendären Bücher von Martin Gardner versenkte, mit einem älteren Freund aus der Gemeinde (erst Student, dann Referendar für Mathe und Physik) regelmäßig Aufgaben austauschte, überhaupt selbst Mathematiker werden wollte… Eine eigens gestartete Denksport-Rubrik in der Schülerzeitung wurde bald wieder eingestampft. Aber ein paar Reminiszenzen finden sich noch auf meiner alten Homepage.

Weiß gar nicht genau, warum es aufgehört hat. Keine Zeit mehr? Keine Lust, sich tagelang in irgendwelche Rätsel einzudenken? Weiß nicht genau.

Aber wenn man dann plötzlich von Tobias oder Simon herausgefordert wird, dann packt es einen plötzlich wieder… Auch wenn ich weiß und spüre, das eben alles seine Zeit hat – und deswegen auch mal vorbei ist.

Mein Favorit ist und bleibt das berühmt-berüchtigte Ziegenproblem, das bei »Wikipedia« hervorragend dargestellt wird. Finde es total faszinierend – die Lösung leuchtet wirklich ein…und trotzdem haben (nach der Veröffentlichung 1990) sogar weltberühmte Mathematiker wütend Einspruch erhoben. Habe vorhin mal wieder mit Judith drüber diskutiert – und nachdem wir das Szenario interaktiv nachgespielt hatten, war alles klar, denke ich…

 

8 Kommentare zu “Denksportliche Erinnerungen”

  1. Bernhard Elser meint:

    Nichtsblick.Tunnelblick.Wegblick.
    Hallo Mars, hier Erde!
    So gibt es Unterschiede: Ich touchiere keine Zeitkolumen, sondern höchstens Autotüren. Kenne auch nicht Deep Fritz, sondern nur den Hackl „Schorsch“. Statt Denksport stürzte ich mich nach der Schule auf meine Kassettensammlung: Pumuckl, Benjamin Blümchen, ALF und TKKG (manchmal auch ‚Freddi der Esel’ mit fromm-evangelikalen Inhalten). Wie gut, da kann man auch nicht von anderen herausgefordert werden. War also nicht gleich unter Leistungsdruck! (Vielleicht liegt aber da der Knackpunkt) Ich weiß auch nicht, warum ich jetzt diese Kasetten nicht mehr höre, vielleicht weil niemand bereit war in der Schülerzeitung eine Hörspiel-Rubrik einzurichten: Ich hätte das äußerst spannend gefunden.
    Ich mache jetzt lieber Ausdauersport, statt Denksport und Kassetten anhören. Radfahren und Laufen kann jeder – also auch ein Theologiestudent – und wenn man es etwas länger macht als alle anderen, dann macht man Ausdauersport. Echt easy! D.h. man muss nur idotisch in die Pedale treten oder auch nach 30 km einfach stur weitermachen…(so ähnlich wie Blog schreiben)
    Ach ja, meine Favoriten bleiben Lebensprobleme! Wie gut, dass ich da nicht auch noch ein stilisiertes Ziegenproblem lösen muss. Das wäre echt zum Ziegen melken. Schön, dass andere dafür noch Kapazitäten frei haben (-: Aber vielleicht bin einfach nur mental blogiert (ich meine blockiert!)

  2. Annette meint:

    Bernhard, toller Kommentar! Besonders fühle ich mich durch die Freddy der Esel Kassette angesprochen. Ich gebe auch ohne Umschweife zu, dass ich diese Kassetten auch immer mal wieder gerne höre und sogar noch einige auswendig kann :-)
    Damit kann ich dann auch eher mithalten als mit deiner genialen, bemerkenswerten Intelligenz, Daniel! Ich bewundere dich zutiefst. Und deshalb ist mein Stolz um so Größer, dass du schon auf meiner Seite vorbeigeschaut hast.

  3. Daniel meint:

    Hey Berni, hey Annette!

    …danke für das Feedback! Stimmt – Ziegen- und andere Probleme sollten uns nicht rund um die Uhr in Trab halten… (Wenn ich doch nur keine Lebensprobleme hätte…)

    Das Stichwort “Freddy der Esel” motiviert mich, diese Hörspiele endlich mal anzuhören… Konnte sie als Kind nicht genießen, habe aber neulich zugeschlagen und einen CD-Fünferpack erstanden. Bin gespannt auf den Austausch!

  4. Bernhard Elser meint:

    Moin Daniel!

    So ist es, wenn man einen Schreibimpuls hat. Ich hätte noch einmal über die Zeilen nachdenken sollen. Ich habe Dich hoffentlich damit nicht persönlich verletzt. Wenn doch, dann bitte ich Dich um Entschuldigung! Letzlich geht es mir wie Anette: Ich bewundere dich (und beneide dich manchmal) zutiefst! Und bin auch stolz Dein Freund sein zu dürfen!

    Alles weiter mündlich,

    Dein Bernhard

  5. Walter meint:

    Lass mal Schach spielen auf der Abiseite!

  6. Daniel meint:

    …eigentlich ’ne gute Idee… ;)

  7. jamesb meint:

    Kennt jemand von Euch schon die Legende vom Schach?

  8. Daniel meint:

    …die ist altbekannt, oder nicht?! ;-)

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