Defekte Demokratie

16. Dezember 2010

Der »Atlas der Globalisierung« hält – grafisch und ansprechend – fest: Tansania ist ein Land ohne ethnisch-religiös-politische Konflikte – und ohne Kriegsschäden aus der Vergangenheit. Was kaum ein anderes afrikanisches Land zu Stande gebracht hat, gilt in Tansania seit der Unabhängigkeit 1961: »Peace and Stability« (so der gern gebrauchte Slogan).

Gleichzeitig sieht dieselbe Veröffentlichung Tansania nicht als »Demokratie«, sondern lediglich als Land der »Demokratisierung«. Nach diversen Gesprächen mit Einheimischen ahne ich, warum. Mehrparteiensystem hin oder her: Bisher hat hier noch niemand regiert außer der CCM. Daran haben auch die letzten Wahlen nichts geändert. Ob dabei alles mit rechten Dingen zugeht, ist keineswegs ausgemacht. Ganz so repressiv wie im Fall von Ruandas Präsident Paul Kagame geht es wohl nicht zu. Aber auch in Tansania haben die Machthaber ihre Tricks. Und nicht zuletzt finanzielles Interesse, an der Macht zu bleiben.

 

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