Christen in China

12. Dezember 2007

Christen und China – eine Kombination, die es in sich hat. Und das offenbar in zweifacher Hinsicht:

  • Da wären einerseits die (in ihrer breiten Masse durchaus glaubwürdigen!) Nachrichten von eminent rasch wachsenden Kirchen im Untergrund. Das Urchristentum auf dem Weg ins dritte Jahrtausend: Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt…und zugleich göttlich bewahrt werden. Erlebnisse, neben denen die »wunderbare« Apostelgeschichte des Lukas zum billigen Supermarkt-Schmöker wird…
  • Völlig neu für mich war dagegen die Information, dass auch die offizielle christliche (Staats-)Kirche alles andere als eine tote, (staatlich) fremdgesteuerte Institution zu sein scheint (was ich bisher immer dachte – wobei ich wohl unbewusst einen Vergleich mit den Verhältnissen im DDR-Regime durchführte). Nach »GodPod« hat vor einiger Zeit auch »chrismon« darüber berichtet – in Gestalt von Landesbischof Johannes Friedrich und unter der Überschrift »Bibeln für China«.
  • Beides scheint zu stimmen. Und, mal ehrlich: Würde doch zu Gott passen, dass er in China mindestens diese beiden Wege geht… (Über nähere Hintergrundinformationen würde ich mich allerdings freuen!)

    …nicht zuletzt in dieser Hinsicht bin ich gespannt auf die nächsten Olympischen Sommerspiele.

     

    4 Kommentare zu “Christen in China”

    1. Achti meint:

      Ich denke, der Punkt ist die staatliche Kontrolle. Die offizielle Kirche wird auch offiziell überwacht, und Mission ist offiziell verboten.
      Auch eine offizielle Kirche braucht offizielle Bibeln.
      Während vor einige Tagen Christen im Untergrund beim Bibellesen erwischt und inhaftiert worden sind.

    2. Daniel meint:

      …das ist sicherlich richtig. Nur habe ich der »offiziellen« christlichen Kirche bislang immer den ernsthaften Glauben abgesprochen – und das ist zumindest problematisch, denke ich…

    3. martin meint:

      mmh. das problem ist die kontrolle von oben. ich hab mal von leuten, die da waren, gehört, dass die chinesen angst vor einer infiltration haben. also dass das regime durch christen bspw. gestürzt werden könnte. irgendwann hat das wohl mal funktioniert. daher wohl auch die mauer und die abschottung.
      man muss wohl auch hier mit trick 17 arbeiten und sich als karitative organisation “tarnen”. ein interessantes beispiel ist das “sunshine in your heart” – camp, http://www.sunshine-camp.com & http://www.youtube.com/yoginaut, wo internationale christen mit chinesischen studenten zusammenkommen und kontakte knüpfen. das ist wohl der punkt: man darf öffentlich nicht predigen, aber neugierig machen. wenn dann die chinesen fragen, darf man über das verbotene reden.
      hier im osten war kirche eher politische opposition, wenn man an leipzig und die zionskirche in berlin denkt. da war der staat natürlich hinterher, um aufstände zu vermeiden und hat gegen die kirche propagandiert. daneben gab es natürlich auch lebendige gemeinden und kleine erweckungen. aber es gab auch die eine oder andere selbstverbrennung von pfarrern, die es nicht mehr ausgehalten haben…staatlich kontrollierte kirchen kontrollieren auch sich selbst. aus gemeinschaft wird misstrauen.

    4. Daniel meint:

      Der exakte Vergleich zwischen den Verhältnissen in China und der (ehemaligen) DDR wäre natürlich auch spannend…

    Deine Meinung?!