Christen am Steuer, Christen am Ball

12. August 2007

Sitze noch an einem meiner beiden »Ichthys«-Artikel für die kommende Ausgabe. Der Titel lautet wohl: »Guru oder Weltbürger? Gibt es eine christliche Ethik?«. Klingt sehr komplex. Ist es auch. Im Endeffekt versuche ich, den Inhalt meiner Zulassungsarbeit (die ist den regelmäßigen Lesern dieses Blogs ja ausschweifend vorgestellt worden…) etwas allgemeiner zu fassen und die Kurve in die Praxis zu bekommen. Wie hängen Christsein und ethisches Verhalten eigentlich im Alltag zusammen?!

Die Frage ist ganz schön knifflig, finde ich… Einerseits wird kaum jemand abstreiten, dass christlicher Glaube irgendwie auch zu Veränderungen im ethischen Bereich führt. Andererseits ist Ethik auf keinen Fall alles. Das ist auch klar. Und trotzdem: Es gibt da zwei Lebensbereiche, in denen mache ich regelmäßig Beobachtungen, die ich – vorsichtig ausgedrückt – merkwürdig finde. Kann sein, dass ich mich jetzt unbeliebt mache. Aber genau für diesen Fall gibt es ja die Kommentarfunktion – und überhaupt bin ich an euren Meinungen sehr interessiert!

Christen am Steuer:

Irgendwie scheint es unter Christen den Trend zu geben, Verkehrsregeln bewusst lässig zu übergehen – und dies (meist nur implizit, unterschwellig) als ein Kennzeichen christlicher Freiheit darzustellen. Nach dem Motto »Ich bin Christ, darf aber trotzdem rasen.« Bzw.: »Alles ist mir erlaubt« (1 Kor 6,12 – allerdings nur erste Hälfte!).

Mir geht es nicht darum, jeden unnötigen Schulterblick einzuklagen. (Dass ich den bis heute bei jedem kleinen Schlenker mache, liegt wohl daran, dass mein Fahrlehrer so streng war…) Es geht auch nicht um Vollbremsungen vor jedem Ortsschild. Aber wenn man in der 30er-Zone konstant 50 fährt, halte ich das für problematisch. Und ja – ich würde behaupten, dass gerade Christen hier Vorbilder sein sollten.

Gar nix halte ich von dem Argument, dass die meisten Regeln »ja sowieso Mist« seien. Ohne ein gewisses Grundvertrauen in die Fähigkeiten des Gesetzgebers geht es eben nicht. Dabei denke ich auch an Röm 13 – und der Staat heute ist sicher nicht mehr so restriktiv wie damals…

Manche verzichten wohl aus genau diesem Grund auf einen Fischaufkleber. Da verstärken sich meine Bedenken…

Christen am Ball:

Die Eichenkreuz-Fußball-Runde liegt schon ein paar Wochen zurück – aber manche unschöne Szenen sind mir noch gut im Gedächtnis. Gekonnte Schwalben. Ellbogenchecks. Verbale Beleidigungen. Und das kurz nach der gemeinsamen Andacht zu Beginn. Schade.

Auch hier die Einschränkung: Christen müssen keinen »braven« Fußball spielen. Aber »hart« und »fair«, das muss sich nicht ausschließen. Alles andere finde ich peinlich – und traurig noch dazu.

Könnte jetzt noch über christliche Profis in der Bundesliga schreiben – und über die Erwartungen, die ich an sie stelle. Aber wie ja jeder weiß, ist das eine gaaanz andere Welt…

 

3 Kommentare zu “Christen am Steuer, Christen am Ball”

  1. hannes meint:

    warum sollten GERADE christen in der 30er zone vorbilder sein?
    ich finde hier ist die vernunft jedes einzelnen gefordet…

  2. Daniel meint:

    …yep – keine Frage! Aber Christen sollten halt auch mit dabei sein, finde ich…

    Dein Tipp für´s nächste Bremen-Heimspiel?! ;)

  3. hannes meint:

    bin dafür den bayernhype etwas zu bremsen, deshalb: ein 3:2 heimsieg!!

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