Bücherflut

30. Juli 2011

Die Aufnahme rechts entstand Anfang 2004. Es handelt sich um eins meiner allerersten Digitalfotos – und fällt wohl deswegen relativ klein aus. Als ebenso dürftig erwies sich damals die Menge meiner theologischen Fachliteratur. (Was allerdings eine Frage der Perspektive ist: Auf meiner Homepage wählte ich damals die Bildunterschrift: »Viel zu lesen…«)

Zwei Jahre später, nach fünf Semestern und beim Einzug in meine Tübinger Studentenbude, sah die Sache schon ein klein wenig anders aus…

…und vom aktuellen Zustand kann man sich auch ohne Bild ein Bild machen. In der Tat: Von Büchern kann ich mich nicht trennen. Von theologischen erst recht nicht. Auch von solchen nicht, die ich nur Umzug für Umzug in die Hand nehme. Die Frage ist: Warum?!

  • Handelt es sich um pathologisch anmutenden Sammel-Wahn (so die unterschiedlich deutlich, aber durchgängig vorgetragene Diagnose meiner Frau)?
  • Steht dahinter nicht weniger krankhafte Selbstüberschätzung (»Irgendwann werde ich das sicher wieder lesen…«)?
  • Geht es mir um die möglichst imposante Ausstattung meiner Dienstzimmer?
  • Fühle ich mich als Theologe nur sicher, wenn ich möglichst viel nachschlagen könnte?
  • …oder gibt es nicht doch irgendein positives Argument??? (Das bräuchte ich spätestens bis zum nächsten Umzug, um die Forderung »Kein neues Bücherregal mehr!« als absurd hinstellen zu können.)
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    2 Kommentare zu “Bücherflut”

    1. Johannes meint:

      Netter Beitrag. :-)

      Wie ich sehe, bist du noch wie ich und überhaupt das ganze Bücher-Papsttum in den Netzen der Scholastik und einer Bibliotheka Gloriae verfangen!

      Wahre Freunde des Buches gehen den Weg der Bibliotheka Crucis und nutzen das viel sozialere bookcrossing.de (http://de.wikipedia.org/wiki/Bookcrossing) !

      Ein Tipp: Nach Angaben meiner Frau stellt die Reihe “Tintenherz” von Cornelia Funke eine hervorragende Apologie der Bibliotheka Gloriae dar – vielleicht kannst du deine Frau damit vor der Häresie bewahren?

    2. Katharina meint:

      Wie wäre es mit “Manche Werke kann man nicht nachkaufen, weil sie vergriffen sind und man sich dann ärgert, weil man nicht mehr an sie rankommt.” Würde das mit Judith funktionieren?
      Aber ehrlich, mir geht es sehr ähnlich, mit dem kleinen Unterschied, dass die Umstände mich dazu zwingen, mich von Büchern zu trennen. Weil ich keine (dauerhafte) Wohnung habe und der Transport von Land zu Land schlichtweg zu teuer ist. Soll ich das nun als Vorteil des Zwischen-den-Welten-Lebens betrachten? Fühlt sich keineswegs so an…

    Deine Meinung?!