Besondere Botschaft

16. Juli 2011

jetzt hat er seinen frieden

vielleicht hat er auch nichts
wir haben wenigstens ein wort dafür

und nichts dahinter
ein universum leer

nicht auszuhalten
da sind doch schwarze löcher

und die vielen wünsche
hinter dem nichts

Zeilen von Eva Christina Zeller (bislang unveröffentlicht – der Gedichtband »Die Erfindung deiner Anwesenheit« erscheint Ende 2012 bei Klöpfer & Meyer). Mit der Tübinger Dichterin konnten wir uns neulich in der Zuffenhäuser Pfarrerschaft einen Vormittag lang austauschen. Und natürlich ging es sofort auch um das Verhältnis von Lyrik und Predigt.

Nachgegangen sind mir Zellers sehr überzeugend demonstrierte Vorbehalte gegenüber einer »Botschaftslyrik« (die in der zitierten Passage vielleicht doppelt deutlich aufblitzen, da geht es ja wortwörtlich um Kritik an einer – leeren – Botschaft). Einerseits ist die »Gute Nachricht« von Jesus Christus natürlich eine Botschaft. Allerdings eine primär personal bestimmte. Und je länger je stärker spüre ich Bauchgrummeln bei Predigten, die arg »mechanistisch« eine ganz bestimmte Form von Glauben »umzusetzen« versuchen. Ob es nicht auch in der Predigt eher darum geht, Räume zu öffnen? Im Vertrauen, dass der Botschafter selbst eintritt?

 

Ein Kommentar zu “Besondere Botschaft”

  1. birgit meint:

    Amen dazu!
    Sie ist interessant, die Eva Christina Zeller, gell?

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