Begnadeter Dichter

20. Juni 2007

In unserer Examens-Lerngruppe ging es diese Woche um das Jeremiabuch. Die Lektüre hat mir zwei Aha-Erlebnisse beschert:

  • Ich habe es geschafft, das Alte Testament in immerhin knapp vier Jahren Studium so flüchtig zu lesen, dass mir manche Passagen noch völlig unbekannt waren…
  • Jeremia ist – ebenso wie Gott ;) – ein begnadeter Dichter. Unglaublich, was für Metaphern er verwendet…
  • (Keine Missverständnisse: Das ist kein »Beweis« für die göttliche Inspiration der Schrift. Dass die Bibel Gottes Wort bezeugt ist, hängt an ganz anderen Dingen. Da gelten für Jeremia dieselben Maßstäbe wie für die Johannes-Offenbarung mit ihrem Küchen-Griechisch.)

    Kostproben gefällig?!

  • »… geht zu den Inseln der Kittäer und schaut, und sendet nach Kedar und gebt genau acht [Anmerkung: Das waren zwei Völker, die für ihre intensive Handelstätigkeit bekannt waren...] und schaut, ob’s daselbst so zugeht: ob die Heiden ihre Götter wechseln, die doch keine Götter sind. Aber mein Volk hat seine Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Götzen, der nicht helfen kann!« Jeremia 2,10f
  • »Und wenn du dich auch mit Lauge wüschest und nähmest viel Seife dazu, so bleibt doch der Schmutz deiner Schuld vor mir, spricht Gott der HerrJeremia 2,22
  • »Du läufst umher wie eine Kamelstute in der Brunst, wie eine Wildeselin in der Wüste, wenn sie vor großer Brunst lechzt und läuft, dass niemand sie aufhalten kann. Wer sie haben will, muss nicht weit laufen; er trifft sie bald in dieser Zeit.« Jeremia 2,23b-24
  • »Vergisst wohl eine Jungfrau ihren Schmuck oder eine Braut ihren Schleier? Mein Volk aber vergisst mich seit endlos langer Zeit.« Jeremia 2,32
  • »Wie fein findest du Wege, dir Liebhaber zu suchen! Darum hast du dich auch gewöhnt, auf bösen Wegen zu wandeln. Auch findet man an deinen Kleidern das Blut von Armen und Unschuldigen, die du nicht beim Einbruch ertappt hast, sondern die alledem widerstanden.« Jeremia 2,33f
  •  

    Deine Meinung?!