Baustelle Blog

26. Februar 2007

Neu angetretene Politiker pflegt man gewöhnlich nach 100 Tagen einer Zwischenbilanz zu unterziehen. Für meinen (immer noch relativ frischen) Blog ist dieser Zeitpunkt jetzt schon gekommen. Momentan geht es relativ ruhig zu bei mir – der »Ichthys«-Redaktionschluss ist (fast) geschafft, die Moscia-Freizeit noch ein bisschen hin. Zeit für ein erstes Fazit – für alle, die es gerne ausführlich haben… ;)

  • Zunächst: Ich bereue nichts – im Gegenteil! Mein altes Homepage-Projekt war definitiv zu stark in die Jahre gekommen als dass ich motiviert gewesen wäre, es noch lange aktuell zu halten… Schon deswegen hat es sich der Umstieg gelohnt. Auch Sinn und Zweck meines Blogs erscheinen mir nach wie vor sinnvoll. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön für eure vielen Rückmeldungen!
  • …das war schon die Überleitung: Äußerst überrascht bin ich von den Besucherzahlen (die das WordPress-Plugin »Counterize« sehr zuverlässig ausspuckt): Die Startseite meiner früheren Homepage war in sechseinhalb Jahren auf rund 60.000 Klicks gekommen. Das macht rund 10.000 jährlich, also ca. 30 am Tag. Diese Zahl hat sich jetzt mehr als verdoppelt. Es scheint sie also wirklich zu geben – die »Blogosphäre«, in der sich auch zahlreiche Stammkunden tummeln…
  • …das Gros der regelmäßigen Besucher kommt sicherlich aus meinem unmittelbaren Umfeld, ist also studentisch, einigermaßen jung ;) (was noch?!). Trotzdem soll sich mein Blog nach wie vor an eine breite Zielgruppe richten – Jüngere und Ältere, Christen und Skeptiker, Freunde und Fremde, … Dementsprechend schwer fällt es mir auch nach wie vor, die richtige Balance zwischen »ehrlichen Einblicken in den persönlichen Alltag« und offenkundigem »Seelen-Striptease« zu finden. Werde weiter daran arbeiten.
  • Genauso weiß ich um die stets präsente Gefahr, dass ein Blog zur selbstdarstellerischen Ego-Plattform verkommt. Wo das droht, da will ich um so intensiver an die Mahnung Karl Barths denken, dass Theologen – und sicherlich auch Christen allgemein! – nie mehr sein dürfen als der lange Finger Johannes’ des Täufers auf Matthias Grünewalds Isenheimer Altar – und der verweist auf Christus… Ohne ihn gäbe es diesen Blog auch definitiv nicht, das steht fest.
  • Was Simon mir in einem Start-Kommentar mit auf den Weg gegeben hat, stimmt auf jeden Fall: Bloggen ist eine Art geistliche Übung (und soll darüber hinaus auch therapeutische Wirkung haben!). Man muss Gedanken eben noch ausführlicher reflektieren, wenn man sie aller Welt zu lesen gibt…
  • Ich hatte es vorher schon geahnt: Ein Blog kostet Zeit. Das gilt nicht nur für die (sicherlich besonders intensive) Entstehungsphase, sondern eben auch für den eigentlichen »Betrieb«. Etwas Routine habe ich schon entwickelt. Trotzdem wird es manchmal eng. Überdies merke ich, dass ich kaum dazu komme, mich entspannt in anderen lohnenden Blogs umzusehen – obwohl es von denen doch viele gibt (die Auflistung rechts in der – aktualisierten – Seitenleiste stellt nur einen subjektiven Ausschnitt dar). Von Internet-Foren, YouTube-Videos, normalen (!) Büchern usw. ganz zu schweigen! Wahrscheinlich finde ich Simons (schon wieder er…!) Rubrik (Internet)-»Fundstücke« deswegen so beeindruckend! …dies alles führt zu meiner Entscheidung, in Zukunft nicht mehr ganz so häufig zu posten, also nicht unbedingt jeden Tag. Wenn ich mich dreimal pro Woche zu Wort melde, wäre das schon was, oder?! Das wird sich irgendwo einpendeln, denke ich.
  • Im Dezember kam (glücklicherweise) die Adventszeit dazwischen. Die nächsten Tage will ich aber nutzen, um ein paar technische Details zu verbessern. Da die zwangsläufig damit verbundenen Experimente momentan nicht nachts stattfinden können, bitte ich jetzt schon kategorisch um Geduld bei etwaigen Darstellungsfehlern… Es wird nicht allzu lange dauern.
  • …so, das war’s! Angesichts dieser Phrasen-Fülle frage ich mich ängstlich, wie ausführlich mein 100-Tage-Fazit wohl ausfallen wird…?! ;)

     

    2 Kommentare zu “Baustelle Blog”

    1. Achti meint:

      Kreis Dich nicht so sehr um Dich. DU hast mehr zu sagen!

    2. Daniel meint:

      Habe verstanden. (Meine es zumindest.) Danke!

    Deine Meinung?!