Babylon heute

13. Januar 2008

»Ich hasse Babylon.«. Meinte mal ein Professor zu mir. Konkret ging es um Schwierigkeiten auf einer theologischen Konferenz in Strasbourg: »[B]eim Französisch parlieren sind mir laufend die englischen Ausdrücke eingefallen.«

Was »Babel« mit der biblischen Sprachverwirrung aus Gen 11 zu tun haben soll, wird einem erst nach und nach klar. Der von Alejandro González Inárritu arrangierte Film – 2007 völlig zu Recht für mehrere Oscars nominiert – besteht aus verschiedenen, scheinbar völlig unabhängigen Handlungssträngen. Doch sobald die ersten äußeren Verbindungen deutlich werden, kristallisiert sich auch eine entscheidende Gemeinsamkeit aller Hauptcharaktere heraus: Sie alle sprechen ihre eigene, völlig individuelle Sprache. Die Folge ist eine verhängnisvolle Serie menschlicher Missverständnisse – auch da, wo eigentlich alles klar sein müsste, z.B. in der Beziehung eines amerikanischen Ehepaars mit zwei Kindern. Für ein gehörloses japanisches Teenager-Mädchens kommen noch äußere Barrieren hinzu. Und vollends unheimlich wird es, wenn man als Zuschauer realisiert, auch selbst von der Sprachverwirrung betroffen zu sein – weil die zeitliche Abfolge der Szenen nicht (mehr) der dargestellten Realität entspricht…

Hier der passende Trailer – es passt ja, dass es ihn bei YouTube nur auf Englisch gibt…

http://www.youtube.com/watch?v=9R0WfYhwATU

 

Ein Kommentar zu “Babylon heute”

  1. Hufi meint:

    Vor einem Jahr habe ich den auch gesehen und zwei interessante Zitate gebloggt: Babel

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