Ausgereizte Regeln

21. Februar 2016

Irgendwann während der vierten oder fünften Klasse stieß ich in einer Zweigstelle unserer Ortsbücherei auf ein Buch mit den Fußball-Regeln. Das ebenso kindgerecht wie detailverliebt daherkam. Seitdem weiß ich: Schlägt ein Einwechselspieler den ins Tor rollenden Ball weg, wird mit indirektem Freistoß fortgesetzt. Oder: Landet ein direkter Freistoß ohne weitere Berührung im eigenen Tor, bekommt die gegnerische Mannschaft einen Eckstoß.

… oder: Ein Strafstoß darf auch indirekt ausgeführt werden, so lange der Ball nach vorne gespielt wird.

Seitdem fragte ich mich, warum das nicht regelmäßig passiert. Weil die Trefferquote dann ja (mit in aller Regel am Boden liegendem Torwart) noch deutlich höher liegen dürfte als bei der herkömmlichen Direktschuss-Praxis.

Ich wartete vergeblich. Und Johan Cruyffs legendäre Variante aus meinem Geburtsjahr 1982 kannte ich nicht …

Dann, endlich, kamen vor einigen Tagen Lionel Messi und Luis Suárez:

Dass daraus eine Debatte entstehen würde, hatte ich erwartet. Nicht aber, dass die sich vorrangig um das Thema (Un-)Sportlichkeit drehen würde. Es heißt ja zu Recht immer wieder, dass Fußball auch was für den Kopf ist. Und dazu gehört aus meiner Sicht auch, Wissens-Lücken im Blick auf die Regeln zu nutzen. (Beziehungsweise: Bei der Verteidigung eines Elfmeters in Zukunft schneller selbst Richtung Ball zu rennen – das dürfte ja ein probates Gegenmittel sein.)

 

3 Kommentare zu “Ausgereizte Regeln”

  1. Vivi meint:

    Könnte es sein, dass Fussball zwar ein Mannschaftssport ist, aber trotzdem bei Elfmatern gern jeder selbst der Torschütze und Held sein will?

  2. Vivi meint:

    …Elfmetern…

  3. Daniel meint:

    … aber das war Messi im genannten Fall ja gerade nicht … Im Gegenteil: In den Statistiken wird sein Strafstoß jetzt als verschossen gewertet!

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