Anrufe von Unbekannt

6. Dezember 2007

Heute Gestern, 11.08 Uhr: Nach zwei Stunden Vorlesungen schaue ich kurz im Haus meiner Familie vorbei. Das Handy klingelt. Eine unterdrückte Nummer. Schon die letzten Tage über hat irgendjemand versucht, mich zu erreichen – vergeblich. Keine Nachrichten auf der Mailbox. Ich ahne schon was…und nehme ab.

Irgendeine ominöse »…forschungsgesellschaft« (der Anfang ist bei bestem Willen nicht zu verstehen) führte eine »kurze Kundenbefragung zum Thema Mobilfunk« durch. »Sie haben drei Minuten«, entgegne ich verbissen freundlich.

Das Gespräch dreht sich um marktwirtschaftlich hochinteressante Banalitäten (Art meines Telefonanschlusses, Zahl der von mir beschäftigten Mitarbeiter – hätte ich da den Hausmeister meines Studentenwohnheims nennen dürfen?!) – und wird dabei immer wieder behindert durch das »heute so langsame« Computersystem meiner Gesprächspartnerin.

Die Sache steuert ihrem Höhepunkt entgegen – einem »kleinen Interview«, das sich anschließen soll (und vermutlich den Zweck verfolgt, die Rundum-Misere meines aktuellen Vertrags zu offenbaren). Das würde allerdings »länger als zwei Minuten« dauern. Bevor ich mich dazu durchringen kann, meiner ablehnenden Haltung Ausdruck zu verleihen, werde ich schon aufs Freundlichste verabschiedet.

11.12 Uhr, keine Minute danach: Ein zweiter Anruf. Eine unterdrückte Nummer. Ich nehme ab. Diesmal an der Strippe: Versatel. Wer sich gleich von Anfang outet, legt auch dementsprechend los: »Guten Tag, Herr Schlunk. Ihre monatliche Telefonrechnung ist höher als 30,00 €?!« – (Triumphierend) »Nein.« – (Nicht im Mindesten verunsichert) »Ach – Sie sind kein Vieltelefonierer…« – (Etwas lauter) »Doch! Ich besitze eine Flatrate.« [Überlege kurz, ob ich die Anruferin informieren soll, dass so was mittlerweile gängig ist und selten mehr kostet als 20,00 €...] – »Ääh – ist da auch Internet mit dabei?!« – »Nein.« – »Dann nutzen Sie gar kein Internet?« [Was für eine Frage...] – (Geduldig-aggressiv) »Doch – das gibt’s im Studentenwohnheim kostenlos.«

Mache mich schon auf die nächste Attacke gefasst – und traue meinen Ohren nicht: »Dann wünsche ich Ihnen noch einen schönen Tag.« Von mir aus! :-)

Habe schon mit dem Gedanken gespielt, anonyme Anrufe pauschal nicht mehr anzunehmen. Davon wäre aber u.a. meine Familie betroffen, die immer noch nicht dazu gekommen ist, ihre »FritzBox« (oder was auch immer) entsprechend umzukonfigurieren…

 

3 Kommentare zu “Anrufe von Unbekannt”

  1. Johanna meint:

    Hi Daniel,

    angesichts dessen, dass du per Telefon eh nie zu erreichen bist (gibt es eigentlich immer noch die BAND-Ansage?), würde sich wohl auch für deine Familie nicht viel ändern… ;-)

    die kleine Schwester…

  2. (ein anderer) Daniel meint:

    Sehr schöne Geschichte! Erinnert mich doch arg an den letzten Gewinner-Kram, der mir tel. offeriert wurde: ich, Quizshow in Hamburg, 3000 Euro sofort in bar und 2 Tage im Hilton. Ich muss nur meine Bankverbindung nennen … übrigens auch ´ne unterdrückte Nummer. FONSPAM!

    Gruß aus Berlin

  3. schwester_claudia;-) meint:

    Hi Daniel
    sehr spaßig das alles.
    Aber ich vermute, Du hast noch mehr Spaß an solchen Anrufen, wenn Du Dir die Tricks von http://www.nicht-anrufen.de zu eigen machst;-) (besonders nett ist der ‘Tick’ mit den Affenschreien…
    viel Spaß und liebe Grüße aus Heidelberg
    Claudia

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