Anfang wie Ende

6. September 2012

Mit dem Anfang des Lebens habe ich seit fünf Wochen verstärkt zu tun. Und ums Ende des Lebens ging es Ende Juli auf einer Fortbildung: »Verbale und nonverbale Kommunikation mit demenziell erkrankten alten Menschen«.

Seitdem geht mir ein Satz von Manfred Lütz (aus »Irre! Wir behandeln die Falschen«) nicht mehr aus dem Sinn:

[…] [Wir sind] am Anfang unseres Lebens ziemlich pflegebedürftig und am Ende auch schon wieder. In der Zwischenzeit organisieren wir die Pflege – der kommenden Generation und der scheidenden Generation.

Welche Analogien gibt es sonst noch so zwischen kleinen Kindern und (vielen, unter anderem an Demenz leidenden) Hochbetagten?

  • … einen überschaubaren Lebensradius.
  • … damit verbunden eine starke Ichbezogenheit bzw. Fixierung auf die eigene Erfahrungswelt (gemeinhin »Egoismus« genannt, aber das wäre zu wertend).
  • … eingeschränkte Schuldfähigkeit.
  • … eine Kommunikation ohne unsere gewohnte Sprache, …
  • … die nicht ausschließlich kognitiv funktioniert.
  • … die Einschränkung der meisten Sinnesorgane, …
  • … die wiederum Berührungen und Hautkontakt besonders wichtig macht.
  • … schätzungsweise ein besseres Gespür für Stimmungen und Atmosphärisches.
  • Was fehlt noch?

     

    4 Kommentare zu “Anfang wie Ende”

    1. Tobi meint:

      Die Frage nach der Einflussnahme auf das Leben (Abtreibung – Sterbehilfe).

    2. Tobias Dürr meint:

      Mich hat zu diesem Sachverhalt am meisten der Film “Curious Benjamin Button” (=Der seltsame Fall des Benjamin Button) beeindruckt. Zitat daraus: We all end up in dipers.

    3. Daniel meint:

      Danke für den Tipp!! Hmm, was ist besser: Film oder Buch?

    4. Daniel meint:

      … meine Tante ergänzt: die Empfänglichkeit für Musik.

    Deine Meinung?!