Alternativ-Stadtführung

6. Juli 2011

Stuttgart – schön, sauber, innovativ. Herkömmliche Stadtführungen betonen – natürlich – diese Seite der Medaille.

Ganz andere Stuttgarter Seiten präsentiert die Alternative Stadtführung »im Focus«, angeboten über die Straßenzeitung »Trott-war«. Judith und ich haben gestern teilgenommen. Und zu so manch trauriger Zahl – zum Beispiel dürfte ca. ein Prozent aller Stuttgarter wohnsitzlos sein – auch die entsprechenden Seitenstraßen gesichtet. Unser Stadtführer konnte zwar nicht das Datum seiner Bekehrung nennen. Dafür aber den exakten Beginn seines »neuen Lebens« ohne Alkohol – ebenfalls eindrücklich!

Zufälligerweise nahmen wir zusammen mit der Stuttgarter Gruppe von »socialbar« an dem Rundgang teil – einem innovativen bundesweiten Netzwerk, dass wir auf die Weise auch gleich noch kennenlernten…

 

3 Kommentare zu “Alternativ-Stadtführung”

  1. Iwe meint:

    Vor ein paar Jahren habe ich eine Tour dieser Art in Hamburg mitgemacht, die über die Hamburger Obdachlosenzeitung Hinz und Kunz organisiert wurde. Der Guide war ein ehemaliger Obdachloser. Wir waren an ganz unterschiedlichen Plätzen und bei unterschiedlichen Sozialeinrichtungen, die in Hamburg etwas mit Obdachlosigkeit zu tun hatten. Die Tour war ausgezeichnet und hat nicht nur einzelne Plätze und ihre Bedeutung für Obdachlose deutlich gemacht, sondern es war eine Sozialkundestunde über Strukturen von Armut und Vertreibungspolitik Armer im Stadtraum von Hamburg. Die Führung endete dann – für diejenigen, die das wollten – noch mit einer Möglichkeit einer Fragestunde in den Redaktionsräumen von Hinz und Kunz bei einer Tasse Kaffee. Ich kann das uneingeschränkt empfehlen.

  2. Daniel meint:

    »Hinz und Kunz« habe ich in Hamburg (kurz) kennengelernt. Super, dass die das auch machen! Eindrücklich, was?!

  3. Daniel meint:

    …Nachtrag: Den »Trick«, in U-Bahnhöfen klassische Musik abzuspielen, hat die Stadt Stuttgart der Stadt Hamburg abgeschaut…

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