Alte Erkenntnis

2. Mai 2010

In seinen Gedanken »Über den Wert des öffentlichen Gottesdienstes und die demselben gebührende Achtung« stellt Conrad Georg Ribbeck schon 1800 fest:

Wohl aber führen die gegründeten Beschwerden über Unzweckmäßigkeit und Zweckwidrigkeit des öffentlichen Gottesdienstes an manchen Orten und in Ansehung mancher einzelnen kirchlichen Handlungen und Einrichtungen bey der üblichen öffentlichen Gottesverehrung auf eine andere Folgerung: der öffentliche Gottesdienst ist nicht wie er seyn sollte; folglich muß er verbessert werden! – Die ist das einzige natürliche und wahre Resultat aller gegen den öffentlichen Gottesdienst erhobenen Klagen, insofern man solche als gegründet gelten lassen muß: – ein Resultat, welches Allen, die zu dieser Verbesserung beytragen und wirken können, nicht dringend genug zur Beherzigung und Ausführung empfohlen werden kann.

Als gängige Alternative zur Verbesserung des Gottesdienstes nennt Ribbeck übrigens die prinzipielle Abwertung des Gottesdienstes (»das bringt eh nix« etc.). Auf die Idee, mit dem Gottesdienst sei alles gut, alles könne ruhig so bleiben wie bisher, scheint damals niemand gekommen zu sein. Interessant.

 

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