Abschied alternativ

1. Februar 2015

Der Wolfsburger Fußball-Profi Junior Malanda ist tot. Drei Wochen später wurde seiner gedacht, im Stadion, vor dem Bundesliga-Rückrunden-Auftaktspiel gegen den FC Bayern München. Und wie: Statt der üblichen Schweigeminute wurde laut geklatscht.

Ein Teil in mir klatscht mit. Weil dieser Abschied zu Malanda passte, zu seinem Charakter. Weil dem Tod hier was entgegengesetzt wurde. Weil man ein Ritual bewusst zelebriert und verändert hat. Und weil der Funke übergesprungen ist: Es waren tatsächlich 60 Sekunden Applaus – und nicht die kümmerliche (oft nur halbwegs stille) »Minute«, die man gelegentlich miterlebt.

Der andere Teil in mir schweigt nachdenklich. Und fragt sich: Wurde hier nicht auch was weggeklatscht? Nämlich die Sprachlosigkeit, zu der uns der Abschied von einem Menschen eben zwingt? Die heilige Stille angesichts von Leben und Tod? Ein Moment, in dem man nichts tun kann – und nichts tun muss?

(Allerdings: Malandas Teamkollegen hatten vorher auch schon geschwiegen. Vor ihrem ersten Training im Südafrika-Trainingslager.)

 

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