Abgedankt

19. November 2012

Noch ein Appetit-Happen aus »Kampf der Welten«: Adrians »eigene[] Version jener langwierigen Gebete […], die in christlichen Tagungsstätten vor den Mahlzeiten gesprochen werden, wobei man bemüht ist, Gott für absolut jeden zu danken, der an der Zubereitung der Mahlzeiten beteiligt war« …

Herr, wir danken dir für all diejenigen, die uns dieses Essen serviert haben, wie auch für diejenigen, die es vorbereitet und gekocht haben. Wir denken auch an die, die die Lebensmittel hierhergeliefert haben, und an all diejenigen, die sie für den Transport eingepackt und in die Fahrzeuge geladen haben. Wir danken dir für diejenigen, die die Rohzutaten an den Ort transportiert haben, von dem aus die geliefert wurden, und für diejenigen, die diese Zutaten auf die Schiffe oder Lastwagen verladen haben, damit sie von denen ausgeliefert werden konnten, denen gegenüber wir soeben unsere Dankbarkeit ausgedrückt haben. Wir beten für diejenigen, die jene Lastwagen lenkten und jene Schiffe steuerten, wir beten für ihre Familien, ihre Freunde und ihre Nachbarn. Wir denken an die, die in fernen Ländern, diese Lebensmittel überhaupt erst angebaut haben, diejenigen, die sie gepflückt und geerntet haben, ihre Familien, ihre Kinder, die Lehrer, die ihre Kinder unterrichten, und die Leiter der Schulen, auf die diese Kinder gehen. Wir danken dir für all die Dinge, die die Kinder in jenen Schulen zu essen bekommen, für die Menschen, die dort die Mahlzeiten vorbereiten und kochen, und für die guten Leute, die die Lebensmittel in die Schule bringen, damit sie dort zubereitet werden können. Wir möchten dir danken für die Regierungen der Länder, in denen sich diese Schulen befinden, für alle jene, die Regierungsverantwortung tragen, für alle Menschen, die sie lieben, und alle, die ihnen Liebe entgegenbringen, für das Essen auf ihrem Tisch und natürlich für diejenigen, die es kochen. Wir denken auch – Kellner, dieses Essen ist ja fast kalt. Wer ist dafür verantwortlich?

 

Ein Kommentar zu “Abgedankt”

  1. steffen meint:

    Wieder fehlt das Wesentliche:
    “Wir danken der armen Sau, die sich für uns hat biologisch dynamisch mästen lassen und sich dann ethisch korrekt zum Schlachten führen ließ.”
    Amen!

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