7 Wochen ohne

21. Februar 2007

Der Slogan wechselt jährlich. 2007 lautet er »Atempause« – und auf der entsprechenden Homepage lauscht man entspannender (bisweilen etwas nerviger) Klaviermusik. Doch die Idee von »7 Wochen ohne« bleibt immer dieselbe: 7 Wochen verzichten.

Auf was genau, bleibt einem selbst überlassen. Auch die Teilnahme an einer örtlichen »Fastengruppe«, die Nutzung des bereitgestellten Materials usw. bleibt einem freigestellt.

Letztes Jahr habe ich erstmals mitgemacht – auf eigene Faust. Sieben Wochen lang keine Süßigkeiten. Ausnahme: Kuchen (ich war vier Wochen im Gemeindepraktikum!). Hätte nie gedacht, dass ich durchhalte. Aber es hat geklappt. Und – was für ein Wunder – ich habe mich nicht mal schlecht gefühlt. Weder innerlich noch äußerlich. Ganz im Gegenteil. Musste mich richtig dazu drängen, nach Ostern wieder zuzuschlagen… ;)

Dieses Jahr hätte ich die Aktion fast verpasst. Erst am Sonntag kam es mir wieder… Nur die passende Idee fehlte. Wieder Süßigkeiten? – Im März bin ich für zwei Wochen auf der AgO-Moscia-Freizeit im Tessin. Engadiner Nusstörtli sind da ein Muss. Alkohol? – Trinke ich sowieso nicht. Internet? – Aus kommunikationstechnischen Gründen nicht drin, fürchte ich.

Der heiße Tipp kam dann gar nicht von mir: 7 Wochen lang…um Mitternacht ins Bett. Sah ich so übermüdet aus an jenem Abend?!

Diesen Beitrag poste ich nachts um 3.17 Uhr – und wer mich kennt, weiß auch so, dass dieser Vorsatz schwierig wird… Aber ich will es versuchen. Hat auch was Geistliches: Den Tag Gott zurückgeben – egal, wie hoch der Schreibtisch-Stapel noch ist. Wie sagt es Walter Lüthi so schön? »O wir Wichtigtuer! Wir meinen, nicht schlafen gehen zu dürfen aus Angst, Gottes Sache stehe still. Gott aber ruft dem übermüdeten Prediger zu: “Dreh du nur die Lampe aus und geh ins Bett. Gottes Reich fällt deswegen nicht um!”«

Die Blog-Gemeinde ist ausdrücklich dazu aufgerufen, mich zu kontrollieren… (Die Uhrzeiten der einzelnen Postings werden zwar nicht auf der Hauptseite, dafür aber z.B. vom RSS-Programm angezeigt… Auch meine Lieblingsforen – zu finden rechts in der Sidebar – sind zu nennen. Ich denke dabei an einen guten Freund, der – in meinem Wohnheim bei Heidelberg – immer seinen – gewöhnlich anspruchsvollen – Stundenplan für’s neue Semester für alle sichtbar außen an die Zimmertür hängte… ;) )

…und in Moscia werde ich das ganz pragmatisch handhaben…

Jetzt aber ab ins Bett! In 21 Stunden muss ich wieder müde sein!

 

7 Kommentare zu “7 Wochen ohne”

  1. martin meint:

    jaja…diese gute alte frage: wovon fasten? – vom bahnfahren, atomstrom, vom zur uni gehen ;-) , oder doch süßwaren? – oder gibt es schon tabletten mit kaffeegeschmack?

    mit dem schlafen kenn ich das eh andersrum: schlaf für den herrn zur erhöhung der täglichen gebetsdosis zu opfern… wie dem auch sei: good morning, be fast, eat no sweets or sleep more ;-)

  2. Daniel meint:

    …wobei ich meine langen nächtlichen Wachzustand-Phasen gewöhnlich eben gerade NICHT zum Beten nutze… :( Werde berichten, was sich da jetzt so ergibt…

  3. Carsten meint:

    Ich seh den Sinn von Fasten nicht.

    Wenn es nur darum geht mich selbst herauszufordern, dann tue ich es jedenfalls nicht, um damit besser vor Gott zu stehen. Fasten hat in meinen Augen nichts geistliches mehr, seitdem ich weiß, dass ich Gott damit zu nichts zwingen kann, was er nicht sowieso macht.

    Zwei Gründe fallen mir ein: Ich erzähle es allen andern und lasse mich von ihnen bewundern für mein Durchhaltevermögen, was ich den Rest des Jahres nicht habe.
    Oder ich mache es aus logischer Konsequenz, dass z.B. bei der Sache mit dem Mitternachtsschlaf ebenso die kostspieligen durchtanzten Nächte wegfallen, meine Augenringe verschwinden, meine Internetsucht gebändigt wird, mein Tagesablauf auch in den Semesterferien struktur bekommt… Es ist also immer ich, der davon profitiert. Wo bleibt die Liebestat für Gott?

    Gehorsam ist besser als Opfer. Sinn macht Fasten nur von bestimmten Sünden, die wir selbst nicht in den Griff kriegen und ganz auf Gottes Erbarmen angewiesen sind… etwas, bei dem das Scheitern täglich in Frage kommt, und was uns ins Gebet treibt, egal ob wir durchhalten oder nicht.

    Sieben Wochen lang vor Mitternacht ins Bett zu gehen hat eher was mit Pragmatismus zu tun als mit Fasten. Eine geistliche Übung wäre vor Mitternacht ins Bett zu gehen und die Hände ÜBER der Bettdecke zu lassen. Zumindest was die Männerwelt betrifft.

  4. Daniel meint:

    Na – deswegen rede ich ja auch nicht von “Fasten”. “Pragmatismus” – klingt gut. :) Und wenn ich letztlich davon profitiere, dann nehme ich das dankbar aus Gottes Hand – eben als seine Tat (siehe http://www.daniel-renz.de/wer-ist-der-samariter).

  5. Carsten meint:

    Also bei Pragmatismus mache ich mit. Zumindest unter der Woche, denn am Wochenende steige ich dann wieder auf Utilitarismus um. Also, ich rede jetzt von der Aktion “Kurz vor 12″.

    Soll ich wieder einen Zettel an die Tür hängen?

  6. Andreas meint:

    hab dieses Jahr weder Rosenmontag noch Faschingsdienstag mitbekommen, deshalb hat mich der Aschermittwoch heute fast etwas überrumpelt.

    Ich werde wie jedes Jahr versuchen, die Fastenzeit für zwei Dinge zu nutzen:
    1. Bewusstwerden der eigenen Abhängigkeiten (z.B. Schokolade) und gezielt gegensteuern (z.B. Obst). Wichtig ist mir hierbei immer auch, dass man sich nach einer Abstinenz wieder viel mehr auf etwas freuen kann!
    2. Ich versuche, meinen Glauben zu beleben, in dem ich ihm mehr Zeit einräume. Konkret mache ich das durch die Teilnahme an “Exerzitien im Alltag”.

  7. Daniel meint:

    …noch eineinhalb Tage… Habe längst nicht immer durchgehalten. Aber da, wo es gelungen ist, war ich am nächsten Tag fit und ausgeschlafen – innerlich wie äußerlich. Ein guter Grund, es auch in Zukunft zu versuchen!

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