Wie eh und je
1. Februar 2010
Meine letzte »richtige« (Fern-)Fahrt mit der Bahn lag lang zurück. Jetzt ging es mal wieder mit dem Intercity nach Heidelberg. Und meine heimliche Sorge war unbegründet: Die Kundenkommunikation im Zug hat nichts von ihrer Tragikomik eingebüßt.
7.15 Uhr: Dank extrafrüher S-Bahn sitze ich pünktlich im Zug.
7.17 Uhr: Offiziell sollten wir jetzt abfahren…
7.22 Uhr: Immer noch nichts. Doch: Plötzlich geht das Licht im Großraumabteil aus.
7.25 Uhr: Ein Fahrgast im Wagen nebenan verleiht seiner Ungeduld mittels wüster Beschimpfungen Ausdruck.
7.31 Uhr: Unser Zug setzt sich in Bewegung. Angesagt wurde die Verspätung immer noch nicht. Geschweige denn begründet.
7.35 Uhr: Wenn schon endlich Kundenkontakt, dann richtig! Eine Live-Übertragung aus der Fahrerkabine (oder so ähnlich) mündet in sekundenlanges Mikrofonrauschen. Schlussendlich lässt sich hinter den Nebengeräuschen eine menschliche Stimme erahnen. Sie entschuldigt sich (schon das ein Widerspruch in sich selbst!) weitschweifig für das heute weggefallene Bordbistro (wäre mir gar nicht aufgefallen) sowie die fehlenden Reiseplaner (auch das ist verschmerzbar, solange halt die Zeiten stimmen). Nach den üblichen Informationen zur Fahrt wird in einem Nachsatz eine aktuelle Verspätung von 14 Minuten erwähnt (!). Grund sei eine »Bremsstörung«. Nein, halt – die Stimme meldet sich nochmal etwas hektisch –, es sei eine »technische Störung« gewesen. Gut, dass wir es jetzt so genau wissen.
7.40 Uhr: Das Licht geht immer noch nicht. Dafür aber die Heizung. Die sei – so die Erläuterung des gelassen leidenden Fahrgastes hinter mir – vor 14 Tagen ausgefallen.
8.05 Uhr: Kurz vor Heidelberg hält unser Intercity auf freier Strecke.
8.06 Uhr: Beängstigend rasch folgt die akustische Information: »Wir sind außerplanmäßig zum Halten gekommen.« Ach so – ich dachte, Aus- und Zustiege je nach Bedarf seien hierzulande üblich… »Der Grund ist mir noch nicht bekannt. Bitte halten Sie die Türen geschlossen.« Wird gemacht…

2. Februar 2010 um 09.09 Uhr
[…] an Daniel Renz für die nette Reise-Geschichte mit der DB in seinem Blog! Interessant, dass das Personal der Deutschen Bahn offenbar Instruktionen hat, keine technischen […]
2. Februar 2010 um 12.22 Uhr
Danke für die nette Story! Auch wenn es sicher im wahrsten Sinn des Wortes “streckenweise” nicht witzig war, zeigt es doch so ein bisschen auf, für wie dumm man gelegentlich als Kunde gehalten wird und wie nichtssagend manche Informationen sind. Andererseits stünde der deutsche Bahnfahrer ja vor einer völligen Leere, wenn bei der Bahn alles perfekt funktionieren würde: Er könnte über nichts meckern…
Sänk ju for trävelling wis doidsche baan!