
Der römische Kaiser Julian »Apostata« mag ein unangenehmer Typ gewesen sein – in den zwei Jahren seiner Regierungszeit (361 – 363) war er fest entschlossen, den römischen Polytheismus wieder zur offiziellen Staatsreligion zu machen… Aber zwei Zitate zeichnen ihn als überaus scharfsichtigen Zeitgenossen – und wecken in mir die Frage, warum wir Christen in unserem Verhalten eigentlich so unglaublich unberechenbar sind…
Zähneknirschend-anerkennend heißt es in einem Brief: »Ist es doch eine Schande, wenn von den Juden nicht ein einziger um Unterstützung nachsuchen muß, während die gottlosen Galiläer [gemeint sind die Christen] sogar neben ihren [Armen] auch noch die unsrigen ernähren, die unsrigen aber der Hilfe von unserer Seite offenbar entbehren müssen …«
Zugleich kann aber der Historiker Ammianus Marcellinus nüchtern feststellen: »Wusste er [gemeint ist Julian] doch aus eigener Erfahrung, dass kein wildes Tier dermaßen feindselig gegen Menschen ist, wie die meisten Christen einander mit tödlichem Hass verfolgen!«
11. Februar 2008 um 01.17 Uhr
“…wie die meisten christen einander mit tödlichem hass verfolgen”….tjaja. tödlich ist der hass noch nicht, aber so manch glaubensstreitigkeiten haben dann doch ähnliche tendenzen. leider.