Trend verpennt
6. Februar 2008
Ob es jetzt sinnvoll ist oder nicht: Deutschland will die Ganztagsschule. Und ist deswegen dringend auf nichtstaatliche Kooperationspartner angewiesen. Irgendwie muss die zusätzliche Zeit am Nachmittag ja ausgefüllt werden – und dass dies nicht durch weitere Unterrichtsstunden geschehen soll, das ist quasi unumstritten – aus finanziellen und inhaltlichen Gründen.
Inzwischen wurden erste Studien durchgeführt: Wer beteiligt sich eigentlich effektiv an den Nachmittagsangeboten der neuen Ganztagsschulen?! Ein zentrales Resultat wurde uns eben in der Vorlesung »Religionspädagogische Herausforderungen der Gegenwart« vorgestellt.
Rund 20 % entfallen auf öffentliche Träger (Museen, Polizei, Feuerwehr etc.). Aus meiner Sicht problematisch ist, dass rund 15 % Träger gewerblicher Prägung beteiligt sind. So richtig aufschlussreich ist aber die Aufschlüsselung der freien Träger, die derzeit rund 65 % des Pensums übernehmen:
Nein, wir müssen nicht jedem zeitgeistlichen Trend hinterherhecheln. Aber die Zeichen der Zeit sollten wir erkennen…und dann ist verschämte Zurückhaltung so ungefähr das Schlechteste, was wir tun können. Aufwachen, Kirche!

6. Februar 2008 um 11.37 Uhr
Sinnvoll denke ich ist die Ganztagesschule schon. Die Frage ist nur in welcher Form. Das was du oben beschreibst ist ja eine Ganztagesschule in offener Form, wobei ich hier den Namen “Halbtagesschule mit Nachmittagsbetreuung” angebrachter finde.
Sinnvoller wäre aber vermutlich eine Ganztagesschule in geschlossener Form, aber die wird vermutlich wohl nicht so schnell kommen (jedenfalls nicht flächendeckend).
6. Februar 2008 um 16.10 Uhr
Interessant - und schade.
6. Februar 2008 um 19.03 Uhr
@ Jona: …heute in der Vorlesung wurde zwischen “Ganztagesschule” und “Ganztagesangebot” unterschieden. Wobei: Meinst du, dass erstere Form – also die “Ganztagesschule in geschlossener Form” – völlig ohne Kooperationspartner auskommen würde?!
6. Februar 2008 um 19.42 Uhr
Ich weiß nicht so genau welche Bezeichnungen inwiefern verwendet werde. Ich kenne eben die Begriffe offene und geschlossene Form.
Wobei die offene Form bedeutet, dass es ein Nachmittagsangebot gibt, das dieses jedoch nicht verbindlich ist, also nur die Schüler daran teilnehmen die bzw. deren Eltern das wollen.
Ich denke eine Ganztagesschule - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes - wäre sinnvoller. Dabei könnte man, um auf deine Frage einzugehen, mit Sicherheit auch Kooperationspartner einbinden und das Angebot so ein wenig auflockern, gleichzeitig muss man dazu aber mit Sicherheit finanziell vom Land aus deutlich nachrüsten und da liegt vermutlich auch der Hauptknackpunkt.
6. Februar 2008 um 20.08 Uhr
…jetzt haben wir immerhin die Begriffe zur Deckung gebracht.
6. Februar 2008 um 20.23 Uhr
Was mich noch interessieren würde: Was ist mit “Träger gewerblicher Prägung” gemeint?
6. Februar 2008 um 20.53 Uhr
…na – VW, Microsoft und so…eben Firmen, die ihre karitative Seite raushängen…aber eigentlich nur Kunden fangen wollen…
6. Februar 2008 um 21.15 Uhr
Ja, hab ich mir schon gedacht.
Ich hab aber noch nie davon gehört, dass Firmen sich im Bereiche Ganztagesschule engagieren. Kennst du konkrete Beispiele?
6. Februar 2008 um 23.37 Uhr
…bislang noch nicht…