Sonntags – wieso und wofür?!

21. Juni 2008

Klar, dass ich eine Pressemeldung von Ende Mai erst jetzt lese… Egal: Über die Schlagzeile hab’ ich mich sehr gefreut. »Der Sonntag wird immer weiter zerstückelt. Sportbeauftragter der württembergischen Landeskirche kritisiert Deutsche Fußball Liga«. Insbesondere die geplanten vier 12.45-Uhr-Sonntags-Spiele in der Zweiten Liga finde ich höchst ärgerlich – gesetzt den Fall, der KSC sollte irgendwann mal wieder zweitklassig kicken und ich sollte zu diesem Zeitpunkt womöglich noch nicht pensioniert sein, hätte ich als Pfarrer gar keine Chance mehr, ein Sonntags-Spiel im Stadion mitzuverfolgen (hier die entsprechende »kicker«-Meldung)… Gut und wichtig, dass wir als Kirche Einspruch erheben!

Um so enttäuschter war ich über das eigentliche Statements unseres Sport-Fachmanns: »Die sonntägliche Familienplanung und Freizeitgestaltung werde durch die Spielplan-Änderung immer mehr erschwert«, liest man da. Auch der Breitensport müsse zurückstecken. Zwei solide Argumente, keine Frage. Aber das war’s auch schon. Sogar der sonst so beliebte (und auch gar nicht so schlechte!) »Als-Kirche-sind-wir-für-den-Sonntag-weil-der-Mensch-Zeit-zur-Erholung-braucht«-Hinweis fehlt hier…

Natürlich müssen wir Christen darauf achten, verständlich zu bleiben – auch für die breite Öffentlichkeit. Natürlich bietet es sich nicht an, zusammenhangslos mit den Zehn Geboten zu kommen oder so. Aber warum in alles in der Welt winden wir uns so dermaßen, unsere Kern-Kompetenz auszuspielen – und öffentlich zum Evangelium zu stehen? (Das ist eine echte Frage!) Zumal es ja auch noch alles andere als irrational ist, einen freien Tag pro Woche zu fordern – selbst aus Agnostiker-Perspektive… Hier hätte man endlich mal guten Gewissens »natürliche Theologie« treiben können. ;-) Stattdessen nennt man Inhalte, die Familienverbände und Sportverein-Zusammenschlüsse viel überzeugender vermitteln können. Schade!

 

Ein Kommentar zu “Sonntags – wieso und wofür?!”

  1. Alex meint:

    Da hast vollkommen Recht.

    Der Sonntag muss “heilig” und “frei” bleiben.

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