Safari ganz anders…
1. Oktober 2009»Safari« – abgesehen von Apples innovativem Browser, natürlich, hatte ich darunter bislang das dekadent-luxuriöse Privatvergnügen (neu)reicher Europäer verstanden, die mit schweren Jeeps durch die bislang unberührte Natur südlicher Länder donnern und den Einheimischen ihre letzten Schätze nehmen. So, wie die Tropenholz-Hersteller in Brasilien zum Beispiel… Angesichts mancher Ankündigungen in unserem Afrika-Reise-Programm hatte ich fast ein schlechtes Gewissen.
Entsprechend irritiert war ich, als sich die auf einem malawischen Campingplatz ausliegende schlicht-schöne Broschüre »the wilderness journey« mit Bekenntnissen wie: »More than 25 years ago we fell in love with remote and wild places in Africa«, oder: »The environment is at the heart of our beliefs and values«, als Werbematerial von »Wilderness Safaris« entpuppte – einem Safari-Unternehmen. Und es bestätigte sich noch vielfach: Safari, das ist in Afrika gerade ein Gegen-Unternehmen zur Zerstörung der Natur, konkret: zur ungebremsten Wilderei. Je mehr Touristen die Nationalparks besuchen, desto mehr Geld steht für deren Überwachung und Ausweitung zur Verfügung, desto besser geht es der Region, desto größer wird der Druck auf Wilderer. Und wenn die Touristen sich dann auch noch persönlich für den Schutz der Wildnis engagieren (und – laut »Wilderness Safaris« – »pilgrims for the task of protecting the wilderness« werden), ist das doch um so besser!
Zumal es häufig betuchte Touristen sind. Zumindest dieses Vorurteil bestätigte sich: Safari ist kostenintensiv. Was schon die großformatigen (aber kostenlosen!) Hochglanzbroschüren erahnen lassen, mit denen »Wilderness Safaris« seine eigentlichen Touren bewirbt. Preise werden vorsichtshalber nicht mal im Kleingedruckten genannt.
Dank schon vorhandener Unterkunft konnten wir uns eine teure Lodge im South Luangwa National Park (Sambia) sparen. Und unser Erspartes somit in zwei recht erschwingliche Touren investieren. Abends ging es vier Stunden lang mit dem Landrover los. Imbiss in afrikanisch-rascher Dämmerung inklusive! Und am nächsten Morgen marschierten wir zu Fuß. Mit dabei: ein offizieller Parkwächter mit Gewehr. Dass uns das im Ernstfall vermutlich auch nicht geholfen hätte, erfuhren wir erst hinterher. Entscheidend sind Wissen und Intuition des Guide. Der weiß genau, wo man aktuell hin kann – und wo man Abstand halten sollte. Und läuft grundsätzlich gegen den Wind – damit die Büffel (die für den Menschen in direkter Begegnung gefährlichsten Tiere!) nichts riechen können…
Es bleiben unvergessliche Eindrücke – und Fotos. Mausklick vergrößert jeweils.















