Alles sch…

1. August 2010

Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für …

Predigttext für den 9. Sonntag nach Trinitatis ist Philipper 3,7-11. Dank meiner Bibelkundeprüfung Anfang 2005 – und dank meines damaligen Prüfers Manfred Oeming – wird mir insbesondere die Einleitung nicht so rasch aus dem Kopf gehen:

Oeming: »Wie sieht Paulus denn da [in Philipper 3,7] sein früheres Leben?«

Ich: Na ja – im Vergleich mit seiner neuen Existenz…findet er es…nicht mehr so gut.

Oeming: »Na, nicht so vorsichtig! Haben Sie die Formulierung im Kopf?«

Ich: »"Mein früheres Leben halte ich jetzt für…Dreck." Oder so ähnlich.«

Oeming: »Oder so ähnlich.« Was denn nun?

Ich: »"… das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet."«

Oeming: »"Sch…" – das ist schon mal gut. Aber jetzt sagen Sie’s doch endlich…!«

Also: Wer schon immer mal das »Sch…«-Wort von der Kanzel sagen wollte: Wann, wenn nicht jetzt? Meines Wissens kennt das Neue Testament keine anderen Fäkalausdrücke (während im Alten Testament häufiger mal von »Scheiß-Dingern« – vgl. Hesekiel 8,10 – gesprochen wird). Und: Hätte Paulus eindrücklicher in Worte fassen können, wie unendlich viel Christus ihm bedeutet?!

Armes reiches Deutschland

29. Juli 2010

Deutschland bleibt EU-Schlusslicht. Im Kinderkriegen. Letztes Jahr waren wir nur halb so gut wie Irland. 8,2 Kinder pro 1.000 Einwohnern. Oder: Demographie anschaulich.

War die Erhöhung des Kindergelds, die Ermöglichung einer verlängerten Elternzeit bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile usw. also sinnlos? Wenn man diese Eingriffe als Garantie für prompte Geburtensteigerungen verstanden hat, schon. Nicht aber als Signal gegen ein durchweg kinderfeindliches Klima, an dem sich nur nach und nach etwas ändern kann. Äähm…ganz kollektiv (!) gemünzt: Packen wir’s an. ;-)

Vorhersagbar

28. Juli 2010

Gestern Nachmittag, im Auto. Nach vielen Jahren höre ich mal wieder Deutschlandfunk. Und bin durchaus angetan von der informativen Mischung.

Dann die Nachrichten. In Stuttgart ist die Vollversammlung des Lutherischen Weltbunds zu Ende gegangen. Und, ach ja: Man hat zum Schluss nochmal ein paar Dinge kundgetan. Die Delegierten sind für Frieden und Gerechtigkeit, gegen Hunger, AIDS und Klimawandel (ungefähr in dieser Reihenfolge – wenn die denn eine Rolle spielt). Und ich frage mich spontan: Für diesen Konsens musste man eine Woche lang tagen?

Natürlich ist in Stuttgart wesentlich mehr passiert – allein letzten Donnerstag habe ich einiges davon gespürt. Natürlich ist man sich umfassend begegnet. Natürlich hat man differenziert(er) diskutiert – und sich dabei auch über dogmatische Grundlegungen verständigt. Aber gerade dann gilt eben: Was um alles in der Welt sollen dann diese nichtssagend-vorhersagbaren Worthülsen? Warum überhaupt die unerträgliche Ethik-Schräglage, die den genannten wichtigen Themen eben gerade nicht gerecht wird? Warum stellen wir nicht deutlich(er) klar, dass am Anfang das heilende Handeln Gottes steht, …und dass wir allein so befähigt werden, Gottes Reich in der Welt zu bauen (nämlich in der Tat, indem wir für Frieden und Gerechtigkeit sind, gegen Hunger, AIDS und Klimawandel!)? Oder denken wir etwa, dieser Zusammenhang lasse sich der weltlichen Öffentlichkeit nicht erklären?

Die Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion dachte sich jedenfalls ihren Teil. Ergänzend stellte sie fest: »Während seiner Tagung beschäftigte sich der Lutherische Weltbund auch mit innerkirchlichen Themen.« Na dann…

Ökologischer Kombi-Tipp

27. Juli 2010

…ich werde sie vermissen, »meine« dritte Reli-Klasse!

Ex-Held(en)

26. Juli 2010

Die neuerliche familiäre Krise von Lothar Matthäus sowie die hämischen Titulierungen als »Depp der Nation« etc. passen ganz gut zu einer »ZEIT«-Reportage von Anfang Juni: »Wir waren Helden«. Henning Sussebach skizziert dort die Weltmeister-Nationalelf von 1990 – mit Hilfe diverser Einzelschicksale – als

»[e]ine merkwürdig zwiespältige Mannschaft: abgesehen von Klinsmann, Illgner und Völler, viele gesellschaftliche Underdogs, die durch den Fußball in höhere Bereiche aufgestiegen sind, das aber nicht formulieren konnten. Die auch nicht clever genug waren, um sich in dem Geschäft zu halten« [Klaus Theweleit]. Eine Generation, die bald wieder hinter dem rhetorischen Glanz und der rebellischen Kraft der Weltmeister von 1974 verschwunden sei, die bis heute den Fußball beherrschen: Beckenbauer, Hoeneß, Heynckes, Overath und Netzer.

Eindrückliche Begegnung

23. Juli 2010

Zuerst wollte ich – naiv? – einfach so vorbeischauen bei einzelnen Sitzungen der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes, die aktuell in Stuttgart stattfindet. Eher zufällig erfuhr ich dann, dass man sich in jedem Fall registrieren muss, also Eintrittskarten braucht, …die unter Umständen auch noch knapp werden können. Die Stuttgarter anglikanische Gemeinde hatte gestern noch eine für mich übrig. Und die beinhaltete dann prompt noch ein privates Treffen mit Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury und Oberhaupt der Church of England. Unmittelbar vor seinem Vortrag im Plenum nahm er sich Zeit.

Ich kann mir nicht helfen: Seine Art erinnerte mich sofort an Adrian Plass. Zum Bericht eines Deutschen, der kürzlich Mitglied der anglikanischen Kirche wurde, meinte er nur lapidar: »Nice to hear that the Church of England is attractive to some people…« Das passte gut zum fröhlich-gelassenen Charakter der ganzen Runde.

Weniger eindrücklich war übrigens der kümmerliche Rest meiner praktischen Englischkenntnisse während der Vorstellungsrunde… In einer Nummer des Klerikalen Kabarett Kommandos (K3) sagt ein deutscher Pfarrer: »My English is not so good like my Old-Greek and my Old-Hebrew.« Schade, dass mir der Spruch nicht einfiel in dem Moment. ;-) Aber Plass ist auch Anglikaner. Zumindest dieser Hinweis blieb mir.

Wirre Wetter-Wahrsagerei

22. Juli 2010

Dass meteorologische Langzeit-Prognosen eine unsichere Sache sind, wusste ich eigentlich schon vorher. Trotzdem konnte ich es nicht lassen, für unsere Konfi-Fahrradtour morgen nachmittag schon seit Sonntag detailliert zu recherchieren. Musste feststellen, dass die Vorhersagen auch bei ein und derselben Informationsquelle mitunter stündlich wechseln.

Auch jetzt noch – nicht mal 24 Stunden vorher – ist man noch relativ unterschiedlicher Meinung. Na ja. Wieder ein Grund weniger, der Technikgläubigkeit zu verfallen. Und Gewitter hat wenigstens niemand (mehr) im Programm. Wir fahren also. :-)

Quer-Schläger

20. Juli 2010

Nein, leider kein schlechter Witz. Sondern das einleitende Motto im Konfirmandenunterrichts-Arbeitsbuch »kreuzundquer«.

Gut, dass…

  • …man Konfirmandenarbeit nicht in starre Formen quetschen muss.
  • …man mit Konfis auch ganz normal reden kann.
  • …unsere Quelle des Lebens (vgl. Psalm 36,10; Johannes 4,14) nicht etwas ist, sondern jemand.

    Das abgelichtete Beispiel war dann wohl auch wenig geeignet, die lesenden Konfis zur Abfassung eigener »kreuzundquer«-Sätze zu animieren. Auf konfiweb.de wurden – entgegen der Ankündigung im Buch – bislang keine Alternativen veröffentlicht (wenn ich richtig gesucht habe).

  • Anonymisiert

    19. Juli 2010

    …na ja – halbwegs zumindest. ;-) (Gut, dass der Herr Renz genanntes Mädel nicht kennt.)

    Sportliche Steigerung

    16. Juli 2010

    Vorgestern: Längerer Spaziergang zum Uracher Wasserfall und auf die Festung Hohenurach.

    Heute: Fahrradtour nach Fellbach, von Backnang entlang der Murr nach Murrhardt – und von Fellbach wieder zurück nach Luginsland.

    Morgen und übermorgen: Wanderung im Berner Oberland, unter anderem über die Jack-Wolfskin-Triftbrücke, mit Übernachtung auf der Windegghütte.


    Endlich wieder. Wie ich das vermisst habe die letzten Wochen und Monate