Sicher ist sicher

23. Januar 2012

Ich war ja schon einigermaßen häufig geflogen. Und hatte so manche Flughafen-Sicherheitskontrolle miterlebt.

Aber: Dass uns schon vor dem Einchecken Fragen zu unserem Gepäck gestellt wurden, dass ebendieses im hintersten Winkel des Frankfurter Flughafens aufzugeben war, dass sowohl meine Hose als auch meine Trinkflasche minutenlang nach Sprengstoff durchsucht wurden, dass der Bereich rund um unser Flugzeug abgesperrt war und dass uns bis zum Moment des Abhebens ein gepanzertes Fahrzeug der Bundespolizei begleitete, … das alles war dann doch neu. (Oder war es mir 2005, bei meinem ersten und bis dahin einzigen Besuch im »Heiligen Land«, nur nicht aufgefallen?) »Sicherheitsstufe 1« nennt man das vermutlich …

Raus aus Israel kamen wir heute verhältnismäßig zügig. Und in den nächsten zwei, drei Wochen berichte ich ein bisschen.

Pause!

16. Januar 2012

In wenigen Stunden geht’s für eine Woche nach Israel. (Hoffentlich ohne Umweg.) Natürlich werden wir da gut zu tun haben. (Und ich muss diverse Unterlagen mitnehmen.) Aber wie meinte meine Frau vorhin beim Packen, im Gedenken an frühere Urlaube: »Keine Micropur-Tabletten? Kein Moskitonetz? Keine Stirnlampe? Scheint ja recht beschaulich zu werden, die Reise …«

Also: Pause! (Zigaretten kommen übrigens auch nicht mit. Aber trotzdem danke für das pfiffige Bild im Bild, Birgit!)

Göttlicher Umweg

15. Januar 2012

Ein kleiner exegetischer Zufallsfund von neulich:

Als nun der Pharao das Volk hatte ziehen lassen, führte sie Gott nicht den Weg durch das Land der Philister, der am nächsten war; denn Gott dachte, es könnte das Volk gereuen, wenn sie Kämpfe vor sich sähen, und sie könnten wieder nach Ägypten umkehren. (Exodus 13,17)

… was ja durchaus sinnvoll klingt. Aber … was macht Gott stattdessen?!

Darum ließ er das Volk einen Umweg machen und führte es durch die Wüste zum Schilfmeer. (Exodus 13,18a)

… wo sich das Volk doch erst recht wieder nach Ägypten zurückwünscht (vgl. Exodus 14,11f.)! Weil es ja sozusagen vom Regen in die Traufe gerät, im wahrsten Sinne des Wortes …

Göttliche Pädagogik? Göttlicher Humor? Die Chance für eine tiefere Einsicht? Oder nicht mehr als ein Zufallsfund?!

Hilfreiche Helferlein

14. Januar 2012

Neulich – als es aus Richtung Küche mal wieder brummte und piepte – kam mir: Bis vor einem knappen Jahr hatten wir weder Spülmaschine noch Mikrowelle! Und scheinen dennoch halbwegs zufrieden gewesen zu sein mit unserem Leben … Wie wir allerdings mit einem Zeitbudget von 24 Stunden täglich ausgekommen sind, ist mir schleierhaft. Oder, andersherum: Eigentlich müssten wir jetzt Unmengen an Freizeit haben …

Spannende Überlegung am Rande: Gäbe es – jetzt mal rein theoretisch – ein Zurück?! Oder gewöhnt man sich quasi unumkehrbar an immer effizientere technische Unterstützung (wie unsere Eltern beim Umstieg von der Schreibmaschine auf den Computer)?

Gutes Geheimnis

12. Januar 2012

Woran erkennt man ein gutes Geheimnis? Ein richtig gutes Geheimnis?

… na, ist doch klar: Daran, dass es über kurz oder lang alle mitbekommen.

Das meint zumindest Paulus. Und entfaltet das Geheimnis von Gottes Sieg über den Tod fröhlich in einem seiner Bestseller-Briefe.

Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: … (1. Korinther 15,51)

Missverständlich

11. Januar 2012

… und 68 % … nicht ganz so frischen Eiern?!?!

Zum Weitergehen und Weitergeben

10. Januar 2012

Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. (Numeri 6,24-26)

… achtet man in diesem klassisch-gottesdienstlichen Segens-Text mal gezielt auf die verwendeten Verben, dann fällt auf: Es geht überraschend handfest zu. Hand-greiflich, im positiven Sinne. Da wird be-hütet, ein Angesicht leuchtet und wird über jemanden gehoben, Frieden wird gegeben. Die passende Zusammenfassung einen Vers später lautet: »Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne« (Numeri 6,27). Als ob da die Möbelpacker am Werk wären …

Gottes Segen scheint also etwas sehr Greifbares zu sein. Nichts, was man einfach so dahersagt. Sondern eine Größe mit fast dinglichem Charakter. Etwas, was dann tatsächlich spürbar ist und einen Unterschied macht.

… genau das brauchte das Volk Israel auch, irgendwo zwischen Ägypten-Auszug und Landnahme. Interessant: Den »Aaronitischen Segen« bekommen die Israeliten, als sie gerade (mal wieder) feststecken, mitten in der Wüste. Als Stärkung für einen beschwerlichen Weg. Zum Weitergehen. (Den so mancher Mensch im Gottesdienst auch vor sich hat.)

… und es versteht sich fast von selbst, dass diese gewichtige Kraft zum Weitergehen dann auch zum Weitergeben gedacht ist. Spätestens, nachdem Jesus Christus die gesamte Christenheit zu Priestern gemacht hat (vgl. 1. Petrus 2,9). Gottes Segen, – für einen einzelnen Menschen wird der irgendwann schlicht zu schwer … Deswegen: Mut zum Segnen!

Katalysator-Kamel

8. Januar 2012

Es lebte in Arabien ein alter Vater, der drei Söhne und 17 Kamele hatte. Als der Greis sein Ende nahen fühlte, versammelte er die Söhne um sich und sprach zu ihnen: »Alles, was ich euch hinterlasse, sind meine Kamele. Teilt sie so, dass der Älteste die Hälfte, der Mittlere ein Drittel und der Jüngste ein Neuntel erhält.« Kaum war dies verkündet, da schloss er die Augen, und die Söhne konnten ihn nicht mehr darauf aufmerksam machen, dass sein letzter Wille offenbar unvollstreckbar sei. Siebzehn ist doch eine störrische Zahl und lässt sich weder durch zwei noch durch drei und schon gar nicht durch neun teilen! Doch der letzte Wille des Vaters ist jedem braven Araber heilig. Da kam zum Glück ein weiser Pilger auf seinem Kamel daher geritten, der sah die Ratlosigkeit der drei Erben und bot ihnen seine Hilfe an. Sie trugen ihm den verzwickten Fall vor, und der Weise riet lächelnd, sein eigenes Kamel zu den hinterlassenen zu stellen und die gesamte Herde nach dem letzten Willen des Vaters zu teilen, und siehe da – der Älteste bekam neun der Tiere, der Mittlere sechs, der Jüngste zwei, das waren eben die Hälfte, ein Drittel und ein Neuntel, und auf dem Kamel, das übrig blieb, ritt der Weise – denn es war das seine – lächelnd davon.

… diese nette Legende (hier kopiert – der »weise Pilger« kann auch mal eine »weise Frau des Dorfes« sein) kannte ich schon länger (aus einem Martin-Gardner-Buch?). Neu war mir aber die kreativ-praktische Übertragung, die der Anthropologe William Ury vorschlägt (ein Dank geht an Peter für seinen Hinweis auf den Vortrag): Könnte das 18. Kamel gelegentlich auch Konflikte zwischen Volksgruppen überwinden? Als überraschender Faktor, der einen frischen Blick »vom Balkon«, eine neue Perspektive ermöglicht? Sozusagen als Katalysator, der eine Reaktion ermöglicht, ohne selbst darin aufzugehen?

Und: Könnte das Katalysator-Kamel auch in weiteren Kontexten eine Rolle spielen? Wenn in einer lebensgeschichtlichen Zwickmühle eine neue Ressource ins Spiel kommt? Wenn ein festgefahrenes soziales System Rückmeldungen durch eine Person »von außen« bekommt (und annimmt)? Wenn man das mit dem Glauben einfach mal ausprobiert, ohne schon davon überzeugt zu sein?

Gehegt und gepflegt

7. Januar 2012

Jetzt wollte ich es wirklich wissen. Und hatte meine persönliche Premiere bei »Mr. Wash«. (Fürs schlechte Gewissen hatte ich ein Trinkgeld dabei …)

Fazit: Wie ein Autoland sonst aussehen soll, weiß ich auch nicht.

Beleidigte Bleifüße

7. Januar 2012

Wer würde nicht gern wissen, was das neue Jahr bringt? Zukunfts-Spekulanten haben Hochkonjunktur in diesen Tagen, – vielleicht gerade dann, wenn sie Unheil ankündigen.

Einer von ihnen ist Wolfgang Wegener. Und er behauptet weiß (in seinem übermorgen erscheinenden Buch): »Deutschland schafft das Auto ab«.

Erst dachte ich noch, auf einer doppelseitigen Anzeige des skurrilen Rottenburger Kopp Verlags gelandet zu sein (mit dem die ADAC »Motorwelt« regelmäßig Geschäfte macht). Doch es handelt sich allen Ernstes um eine »Buchvorstellung« von Redakteur Wolfgang Weimer. Der sogleich munter mit einstimmt in Wegeners Wehklagen: Das Automobil wird »diskriminiert«, seine Insassen »schikaniert« und von »Tausendschaften von Polizisten« »kalt enteignet«. Die »Anti-Auto-Zeitgeist-Krake« [sic!] macht »unsere Innenstädte mit übertriebenen Fußgängerzonen zu toten Räumen« – und gibt konsequent »immer alle[n] anderen Verkehrsmittel[n] Vorfahrt«. Logisch, dass »die Politik« schon seit den Siebzigern systematisch-ideologisch daran arbeitet …

Mag sein, dass ich als Stuttgarter schlicht in der falschen Stadt lebe, um angemessen zu urteilen. Und trotzdem: Wo um alles in der Welt leben die Herren Wegener und Weimer??? (»Typisch deutsch« lautete mein Blog-Eintrag vor genau einem Jahr …)