Macht der Ohnmächtigen

11. Juni 2012

So mies die Tonqualität, … so hervorragend das Referat: Walter Faerber erzählt die Geschichte Jesu als Macht-Kampf zwischen zwei verschiedenen Macht-Verständnissen (hier geht’s zum Direkt-Download): Der klassischen menschlich-imperialen Macht stellt Gott in Jesus Christus seine alles sprengende »Macht der Ohnmächtigen« entgegen. Mit der seine eigenen Anhänger allzu oft nichts anfangen konnten, …

[D]ie Jünger [verwechseln] die[] Lebensmacht Jesu […] mit der imperialen Macht. Also zum Beispiel die Frage von Johannes und Jakobus: »Dürfen wir in deinem Reich rechts und links von dir sitzen?« »Dürfen wir die Minister sein?« Und dann Jesu grundsätzliche Antwort: »Ihr wisst, die Mächtigen unterdrücken ihre Völker und machen mit ihnen, was sie wollen. Aber so soll es bei euch nicht sein. Bei euch soll es nach einer anderen Logik zugehen.« Und das haben sie wieder und wieder nicht verstanden. Die größte Gefahr ist immer – schon von Ägypten bekannt –, dass die Unterdrückten nur in den Kategorien der Unterdrücker denken können und sich so den Zugang verbauen zu der eigentlichen Macht, die sie haben könnten. Das ist nochmal ganz deutlich in der Speisungsgeschichte, wo Jesus die Tausende von Menschen in der Wüste speist, aus der nährenden erhaltenden Segensmacht Gottes heraus, und sie sehen: Da ist einer, der die Brotversorgung regelt, und wollen ihn zum König machen.

… ein römischer Hauptmann am Ende aber um so mehr:

Der Offizier, der die Hinrichtung leitet, der Repräsentant des Imperiums, sieht Jesus sterben, und als er ihn so sterben sieht, sagt er: »Der ist Gottes Sohn gewesen.« »Gottes Sohn« war kaiserlicher Titel, und der Repräsentant des Imperiums sagt sich damit vom Imperium los. Er ist der erste, der […] [das] neue Lied gehört und verstanden hat.

 

7 Kommentare zu “Macht der Ohnmächtigen”

  1. Peter meint:

    Super Vortrag, aber von Walter Faerber, nicht von HaSo…

  2. Daniel meint:

    … uuuuuuups! Danke für den Hinweis! Ist korrigiert. (Wird Zeit, dass ich die beiden mal persönlich kennenlerne. Dann passiert mir das nicht mehr.)

  3. Steffen meint:

    Interessant -und für mich persönlich prägend- ist die Tatsache, dass der, der bemerkt, dem “Falschen” gedient zu haben, erkennt und verinnerlicht, dass es das “Richtige” gibt, dem es allein zu dienen lohnt.
    Daher wird sehr deutlich, dass z.B. Soldaten immer Opfer sind, alle!
    Siehe Syrien….z.B.
    Wann werden das die Soldaten weltweit endlich bemerken?
    Wie oft werden Menschen noch auf das Falsche hereinfallen?
    Darum: Lasst uns zuerst für die Soldaten beten, damit sie aufwachen, weltweit.

  4. Daniel meint:

    Dem Aufruf, für Soldaten zu beten, schließe ich mich sofort an. Ansonsten wende ich spontan ein: Wir leben in einer angeschlagenen Welt, in der eben auch die Gewalt ihren Platz hat. Und selbst Gott und Gewalt lassen sich nicht steril voneinander trennen, wie nicht zuletzt im Hiobbuch deutlich wird … Die Rede unseres Bundespräsidenten heute war da gar nicht schlecht, oder?

  5. steffen meint:

    …leider hatte ich noch keine Zeit, die Rede des Präsidenten der Republik zu lesen. (KiKirche kostet auch Zeit;-)-hole ich nach)
    “Gewalt” aber ist ein Bestandteil vom Wesen Gottes, da gebe ich dir recht.
    Seine “Gewalt” aber führt zu Heilung, heilt die Schöpfung und zerschlägt sie nicht( Hiob, mein Liebling;-). Die eigenmächtige Gewalt des Menschen heilt sicher nicht…

  6. Daniel Hufeisen meint:

    @Daniel:
    Du solltest zum Emergent Forum nach Erlangen kommen (30.11.-02.12.2012). Da triffst du Walter garantiert und HaSo hoffentlich/höchstwahrscheinlich auch. Und das Thema ist natürlich: »Die Macht der Ohnmächtigen«

  7. Daniel meint:

    Der Termin steht seit Monaten in meinem Kalender … ;-)

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