Kritik von den Falschen

22. März 2009

Eine neuartige Form der Tempoüberwachung im Straßenverkehr, in Österreich schon praktiziert, soll jetzt auch in unseren Landen getestet werden – »Section Control«, zu Deutsch: »Abschnittskontrolle«. Das Prinzip: An die Stelle der herkömmlichen »Blitzer« treten zwei Messpunkte. Am ersten werden alle passierenden Fahrzeuge registriert. Wer den zweiten Messpunkt zu früh erreicht, d.h. unter der bei Höchstgeschwindigkeit benötigten Fahrtdauer, wird auch dort erfasst – und wird zur Kasse gebeten.

Ein System, das auf den ersten Blick genial klingt: Weil man nicht mehr auf Zufallstreffer angewiesen ist, erwischt man erstens garantiert alle Raser. Und zweitens ist gleichzeitig eine gewisse Toleranz inbegriffen: Nach einer (vielleicht notwendigen) Geschwindigkeitsüberschreitung bleibt die Möglichkeit, eine Zeitlang unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit zu bleiben und dem Bußgeld zu entgehen.

Aber auch Kritik wird laut: Weil am jeweils ersten Messpunkt ausnahmslos alle Fahrzeuge kurzzeitig abgespeichert – und quasi unter Generalverdacht gestellt – würden, drohe ein massives Datenschutzproblem.

Dieses Argument könnte mich durchaus überzeugen. Wenn es nun nicht ausgerechnet vom ADAC käme – und ausgerechnet in der aktuellen »ADACmotorwelt« (unter der Überschrift »Kontrolle ohne Ende«) in Form eines pompösen Big-Brother-Szenarios präsentiert würde. Tut mir leid, liebe Münchner Bleifüße – aber eure Besorgnis um den Datenschutz nehme ich euch nicht ab. Euch geht es halt letztlich doch nur drum, das »Menschenrecht auf individuelle Mobilität« so richtig auszureizen und ordentlich aufs Gas zu drücken. Und es ist völlig richtig, wenn man euch deswegen abkassiert.

 

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