Historisch-kritische Koran-Exegese?!
23. Oktober 2008Nicht nur »Die ZEIT« hat ihn kürzlich ausführlich interviewt: Sven Kalisch ist in aller Munde. Der Professor für islamische Theologie in Münster, als Jugendlicher zum Islam konvertiert, bezweifelt mittlerweile die historische Existenz Mohammeds. Als Moslem versteht er sich trotzdem noch. Religionen, so die Quasi-Zusammenfassung, seien »wie Krücken. Sie sind nützlich und gut, aber man muss lernen, sich von ihnen zu emanzipieren.«
Solche Aussagen sind wenig geeignet, sich in der muslimischen Welt Freunde zu machen. Verschiedene Zeitungen haben Kalisch mittlerweile seinen religiösen Beinamen »Muhammad« aberkannt. Das beinhaltet den Vorwurf der Apostasie, die nach islamischer Scharia mit dem Tod bestraft wird.
Ein neuzeitlich-aufklärerisches Verständnis des Islam? Gar historisch-kritische Koran-Exegese?! Keine Frage – wie genau »der« Islam auf diese interne (!) Herausforderung reagieren wird, ist von größter Bedeutung. Beobachter aus aller Welt werden genau hinsehen – und prüfen, ob Kalischs Kritik ernstgenommen und integriert…oder radikal zurückgewiesen wird.
Bezüglich ersterer Möglichkeit bin ich sehr skeptisch. Gleichzeitig warne ich aber entschieden vor christlichem Triumphgeschrei, frei nach dem Motto: »Wollen wir doch mal sehen, wie die mit der Radikalkritik zurechtkommen…«
Dieser Beitrag wurde auch bei »PastorBuddy« veröffentlicht.
