Angst der Autolobby

11. Dezember 2010

[In Deutschland] [...] ist eine leichte Tendenz zur Auto-Enthaltsamkeit spürbar. In den Ballungsgebieten bestreiten immer mehr Bürger ihre individuelle Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Oder sie nutzen Mobilitätskonzepte wie car2go in Ulm und demnächst in Hamburg.

…eine durch und durch gute Nachricht, finde ich. Und Grund für positive Schlagzeilen. Ganz anders denkt da aber Michael Ramstetter, Chefredakteur der »ADACmotorwelt«. Der verschweigt die zitierte Tatsache im aktuellen Editorial zwar nicht, präsentiert sie aber als Hiobsbotschaft. Weniger Autos?! In Deutschland?!!! Da kann man ja gleich mal dramatisch zuspitzen:

Schafft Deutschland jetzt das Auto ab?

Aber keine Sorge, liebe Bleifüße…

So weit ist es noch nicht.

Warum, wird dann detailliert entfaltet. Und was passt am Schluss besser als ein trotziges Durchhalte-Bekenntnis?

[D]as Auto lebt.

 

7 Kommentare zu “Angst der Autolobby”

  1. Johannes meint:

    Daniels persönlicher Kleinkrieg mit dem ADAC. Herrlich. :)

    In der Sache hast du natürlich Recht. Frage mich jeden Morgen, warum die Autos in kilometerlangen Schlangen nach Tübingen streben, während die Bahn in ein paar Minuten da ist.

  2. Tobi meint:

    @Johannes: Wäre die Frage, von wo du kommst. Ich bräuchte mit dem ÖPNV 2,5x so lang. Ich fahr dafür immer an der Schlange vorbei, die sich in der Gegenrichtung bildet :D

  3. Tobi meint:

    @Tobi: Ja, klar. Ich bin auch keiner, der aus ideologischen Gründen immer die schlechteste Möglichkeit wählt. ;)
    Aber wenn das Fahrrad schneller ist, nehm ich halt das Rad und wenn die Bahn die beste Möglichkeit ist, nehm ich die Bahn. Aber warum man im Stau steht, wenn die Bahn fröhlich dran vorbeifährt… da bräuchte ich schon triftige Gründe. :-)

  4. Jona meint:

    Was erwartest du von einem Automobilclub? Auch der ADAC lebt schließlich von den Autofahrern.

    Was ich mich bei Ramstetters Editorial allerdings frage ist, wieso der AutoMarxX der Beweis dafür sein soll, dass “das Auto lebt”?
    Irgendwie erschließt sich mir da der Kausalzusammenhang nicht ganz.

  5. Daniel meint:

    Na – weil Deutschland Autofahrer mündig sind!!! Und selbst mitmischen!!! Und dem Fahrrad, dem Bus und anderen Einschränkungen der individuellen Mobilität den Kampf ansagen!!! Jawohl!!! Das Auto lebt!!!

  6. Jona meint:

    Aber ist es nicht gerade andersherum: weil das Auto lebt, funktioniert der AutoMarxX?!

  7. Daniel meint:

    Etwas verspätet, aber nicht minder eifrig stößt ADAC-Präsident Peter Meyer jetzt ins selbe Horn: »Liebe Clubmitglieder, nähert sich das Auto bereits dem Abstellgleis, wie uns einzelne Studien weismachen wollen?« Nein, dem Auto-Gott sei Dank! »Die individuelle Mobilität ist ohne das Auto nach wie vor undenkbar.«

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