Standard-Präsent

8. Februar 2010

Na gut – diese Zeilen schreibt ein Nicht-Weintrinker. Aber vielleicht finde ich trotzdem Gehör?

Warum um alles in der Welt bekommen (so gut wie) alle Gäste, Referent(inn)en, Grußwort-Redner(innen), … in (so gut wie) allen Kirchengemeinden, Kommunen, Vereinsveranstaltungen, … (so gut wie) immer ein und dasselbe Geschenk…nämlich Wein? In allen Variationen, zugegeben, in allen lokalen Varianten. Aber es ist eben immer dasselbe… So bunt und originell Flasche oder Verpackung aussehen möchten: Ist das Standard-Präsent Wein nicht geradezu die Manifestation von Langeweile und fehlender Kreativität?

Trotz dieser harschen Kritik: Keine Sorge. Wein, der mir geschenkt wird, findet jedenfalls in meiner Frau eine dankbare Abnehmerin. :-) (Weiterverschenkt wird er in der Regel nicht…)

Leben nach der Geburt?

6. Februar 2010

Relativ bekannt, der folgende Dialog…aber immer wieder lesenswert! (Zu hören war er auch bei unserem zweiten Emmaus-Abend.)

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

»Sag’ mal, glaubst du an ein Leben nach der Geburt?«

»Ja, natürlich, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das, was da draußen kommen wird.«

»Ich glaube, das ist Blödsinn! Es kann kein Leben nach der Geburt geben — wie sollte das denn bitteschön aussehen?«

»So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?«

»So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Wozu auch? Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz.«

»Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.«

»Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‚nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punkt. Aus.«

»Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden, und sie wird für uns sorgen.«

»Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?«

»Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!«

»Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht. Ich glaube nur, was ich sehe.«

»Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt…«

Die Bahn kommt

4. Februar 2010

Wann die Bahn kommt, ist dann und wann ungewiss. Auch das Jahrhundertprojekt »Stuttgart 21« hinkt seinem Zeitplan von Anfang an hinterher. Aber jetzt kommt die Sache in Fahrt. Und immerhin die Öffentlichkeitsarbeit kann sich sehen lassen. Die Internetseite »Das neue Herz Europas« wartet gleich auf der Startseite mit einem echten Highlight auf. Spontan fühlt man sich wie bei James Bond, finde ich…

Zäh

3. Februar 2010

Im Vertrauen auf Medienberichte und Bestsellerlisten habe ich zugeschlagen – und mir Roberto Savianos Report »Gomorrha« besorgt. Meine Erfahrungen mit der Mafia waren bislang nur spielerischer Natur – an das gleichnamige legendäre Atari-ST-Spiel denke ich gerne zurück! –, und so freute ich mich auf »[e]ine präzise Dokumentation, eine gelungene Mischung aus Faktentreue und literarischer Brillanz« (Cover-Zitat!).

Doch die »Reise in das Reich der Camorra« entpuppt sich bislang als recht schwerfälliger Trip. Einen Plot sucht man vergeblich – und so wirken Savianos Schilderungen weitgehend assoziativ. Wirklich interessante (d.h. unerwartete) Hintergrundinformationen habe ich auch noch nicht entdeckt. Und die schwerfällige Sprache (der deutschen Übersetzung anzulasten?) trägt auch nicht gerade zum Lesevergnügen bei.

Bin auf Seite 123 (von 365). Bis 200 halte ich noch durch…

Wie eh und je

1. Februar 2010

Meine letzte »richtige« (Fern-)Fahrt mit der Bahn lag lang zurück. Jetzt ging es mal wieder mit dem Intercity nach Heidelberg. Und meine heimliche Sorge war unbegründet: Die Kundenkommunikation im Zug hat nichts von ihrer Tragikomik eingebüßt.

7.15 Uhr: Dank extrafrüher S-Bahn sitze ich pünktlich im Zug.

7.17 Uhr: Offiziell sollten wir jetzt abfahren…

7.22 Uhr: Immer noch nichts. Doch: Plötzlich geht das Licht im Großraumabteil aus.

7.25 Uhr: Ein Fahrgast im Wagen nebenan verleiht seiner Ungeduld mittels wüster Beschimpfungen Ausdruck.

7.31 Uhr: Unser Zug setzt sich in Bewegung. Angesagt wurde die Verspätung immer noch nicht. Geschweige denn begründet.

7.35 Uhr: Wenn schon endlich Kundenkontakt, dann richtig! Eine Live-Übertragung aus der Fahrerkabine (oder so ähnlich) mündet in sekundenlanges Mikrofonrauschen. Schlussendlich lässt sich hinter den Nebengeräuschen eine menschliche Stimme erahnen. Sie entschuldigt sich (schon das ein Widerspruch in sich selbst!) weitschweifig für das heute weggefallene Bordbistro (wäre mir gar nicht aufgefallen) sowie die fehlenden Reiseplaner (auch das ist verschmerzbar, solange halt die Zeiten stimmen). Nach den üblichen Informationen zur Fahrt wird in einem Nachsatz eine aktuelle Verspätung von 14 Minuten erwähnt (!). Grund sei eine »Bremsstörung«. Nein, halt – die Stimme meldet sich nochmal etwas hektisch –, es sei eine »technische Störung« gewesen. Gut, dass wir es jetzt so genau wissen.

7.40 Uhr: Das Licht geht immer noch nicht. Dafür aber die Heizung. Die sei – so die Erläuterung des gelassen leidenden Fahrgastes hinter mir – vor 14 Tagen ausgefallen.

8.05 Uhr: Kurz vor Heidelberg hält unser Intercity auf freier Strecke.

8.06 Uhr: Beängstigend rasch folgt die akustische Information: »Wir sind außerplanmäßig zum Halten gekommen.« Ach so – ich dachte, Aus- und Zustiege je nach Bedarf seien hierzulande üblich… »Der Grund ist mir noch nicht bekannt. Bitte halten Sie die Türen geschlossen.« Wird gemacht…

Höchstens Respekt?

31. Januar 2010

Wer dem [Pazifismus] im eigenen Leben gehorcht, verdient höchstens Respekt

Schrieb Josef Joffe neulich in der »Zeit«. Gemeint hat er was anderes. Eine Woche später erschien die notwendige Berichtigung:

Wer dem [Pazifismus] im eigenen Leben gehorcht, verdient höchsten Respekt

Lebenslang gebunden

30. Januar 2010

…oder: Auch als Fußballverein kann man in der Not seine Seele verkaufen – und ganz böse reintappen.

Vergleichbarer Wirbel

27. Januar 2010

Mal sehen, ob und wie das neue Apple iPad einschlägt. Ein gelungener Einstieg in die pompöse Präsentation in San Fransisco war auf jeden Fall die folgende Bemerkung: ;-)

Gemeinde-Geist

26. Januar 2010

Um »Gemeinde« geht es morgen im Konfi-Unterricht – und zunächst mal um die paulinische Metapher in 1. Korinther 12: Die Gemeinde als Leib Christi. Körperteile, die verschiedener nicht sein könnten – und trotzdem gemeinsam ein Ganzes bilden.

Wie das funktioniert? Durch den Geist. Auch das Glaubensbekenntnis macht das ja deutlich: »…, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, …« ist kein dekoratives Anhängsel des dritten Artikels, sondern konstitutiver Bestandteil. Allein Gottes Geist macht die Gemeinde zur Gemeinde.

Nur (man denkt ja prophylaktisch immer über mögliche Anfragen nach): Was genau unterscheidet die Gemeinde dann…z.B. vom hiesigen Sportverein?

Früher wäre ich die Sache vermutlich zügig quantitativ angegangen: In der Gemeinde ist die Gemeinschaft eben noch besser, noch robuster, … (Was dann allerdings nicht für jede Gremiensitzung gilt.) Mitglieder einer Gemeinde sind noch grundverschiedener… (Hmm – wie war das mit jüngeren kirchlichen Milieustudien?) Eine Gemeinde beschäftigt sich mit Lebensthemen. (Was jeder halbwegs überzeugte Tischtennisspieler auch von seiner Trainingsrunde sagen würde.)

Was also dann? Lasst mich nicht hängen. Morgen muss ich präpariert sein…

Leicht aufwändig…

25. Januar 2010

Doch – ich bin offen für kreative Unterrichtsentwürfe. Und dann durchaus bereit, die entsprechende Zeit zu investieren. Das gilt auch für die Zusammenstellung benötigter Materialien.

Die Materialliste einer Unterrichtsidee zu Psalm 23 begann relativ moderat:

  • grüne Tücher
  • blaue Tücher und blaue Bänder
  • braune und schwarze Tücher
  • Vor zwei Jahren hätte ich bei Tüchern schon kapituliert. Aber was ein echter angehender Pfarrer ist, hat das im Fundus. Und auch Bänder wären irgendwie drin gewesen. Also, weiter im Text:

  • Tannenzapfen
  • Hmm…im nasskalten Winter?

  • Steine
  • bunte Perlen
  • Ein Kinderspiel.

  • Korb mit gestrickten Schafen
  • Hiiiiiiiiiilfe! Und dann auch noch eins pro Schüler(in)!

    Damit war die Sache gegessen. Nur der Vollständigkeit halber noch der Rest der Auflistung:

  • Hirte
  • Kerze