
Meine letzte »richtige« (Fern-)Fahrt mit der Bahn lag lang zurück. Jetzt ging es mal wieder mit dem Intercity nach Heidelberg. Und meine heimliche Sorge war unbegründet: Die Kundenkommunikation im Zug hat nichts von ihrer Tragikomik eingebüßt.
7.15 Uhr: Dank extrafrüher S-Bahn sitze ich pünktlich im Zug.
7.17 Uhr: Offiziell sollten wir jetzt abfahren…
7.22 Uhr: Immer noch nichts. Doch: Plötzlich geht das Licht im Großraumabteil aus.
7.25 Uhr: Ein Fahrgast im Wagen nebenan verleiht seiner Ungeduld mittels wüster Beschimpfungen Ausdruck.
7.31 Uhr: Unser Zug setzt sich in Bewegung. Angesagt wurde die Verspätung immer noch nicht. Geschweige denn begründet.
7.35 Uhr: Wenn schon endlich Kundenkontakt, dann richtig! Eine Live-Übertragung aus der Fahrerkabine (oder so ähnlich) mündet in sekundenlanges Mikrofonrauschen. Schlussendlich lässt sich hinter den Nebengeräuschen eine menschliche Stimme erahnen. Sie entschuldigt sich (schon das ein Widerspruch in sich selbst!) weitschweifig für das heute weggefallene Bordbistro (wäre mir gar nicht aufgefallen) sowie die fehlenden Reiseplaner (auch das ist verschmerzbar, solange halt die Zeiten stimmen). Nach den üblichen Informationen zur Fahrt wird in einem Nachsatz eine aktuelle Verspätung von 14 Minuten erwähnt (!). Grund sei eine »Bremsstörung«. Nein, halt – die Stimme meldet sich nochmal etwas hektisch –, es sei eine »technische Störung« gewesen. Gut, dass wir es jetzt so genau wissen.
7.40 Uhr: Das Licht geht immer noch nicht. Dafür aber die Heizung. Die sei – so die Erläuterung des gelassen leidenden Fahrgastes hinter mir – vor 14 Tagen ausgefallen.
8.05 Uhr: Kurz vor Heidelberg hält unser Intercity auf freier Strecke.
8.06 Uhr: Beängstigend rasch folgt die akustische Information: »Wir sind außerplanmäßig zum Halten gekommen.« Ach so – ich dachte, Aus- und Zustiege je nach Bedarf seien hierzulande üblich… »Der Grund ist mir noch nicht bekannt. Bitte halten Sie die Türen geschlossen.« Wird gemacht…
Vergleichbarer Wirbel:
Lebenslang gebunden:
Zäh:
Wie eh und je: